6:30

6:30. Samstag. S-Bahnhof Warschauer Straße.
Krähen machen sich über frisch Erbrochenes her. Schnapsleichen versuchen den Weg zur Bahn zu finden.
Ein paar Schritte weiter, fällt eins auf: Kronkorken gesellt sich zu Kronkorken; Glasflaschen reihen sich auf; die Speisekarte der ganzen Restaurants im Umkreis befinden sich auf den Wegen.
Es beginnt der Slalomlauf zwischen Burger- und Pommesresten, Glasflaschen, Schnapsleichen, die grad frisch aus dem Schuppen kommen, rücksichtslosen Fahrradfahrern.
Am Ziel angekommen, kommt die Frage auf: War es schon immer hier so? Die Schnapsleichen schon. Aber der Müll? Das Berlin nicht die sauberste Stadt, ist schon bekannt. In den letzten Jahren ist das deutlich schlimmer geworden.

7:30. Rückweg zum S-Bahnhof Warschauer Straße.
Die BSR ist fleißig. Gehwege werden gereinigt und ca. 10 Mitarbeitende sind beschäftigt den Müll aufzusammeln, der rücksichtslos nicht in den Mülleimer geworfen wurde.
An jeder Ecke hängt ein Mülleimer. Ist es so schwer, den Müll dort rein zu werfen?
Es gibt Städte, da findet man keine Mülleimer und die Straßen sind sauber. Man findet weder Zigarettenstummel, Taschentücher, to go Becher, etc. Es ist einfach sauber.
Warum bekommen das Menschen hier nicht gebacken?
Benehmen sich die Menschen zu Hause auch so? Oder räumt Mutti oder die Hausangestellte alles weg?
Am S-Bahnhof Warschauer Straße angekommen, stehen schon die Linken da und haben Redebedarf und wollen ihre bunten Flyer verteilen.
Es ist 7:30. 95 % der Menschen, die um diese Zeit dort unterwegs sind, wollen einfach nur nach Hause und schlafen gehen. Die wollen nicht über Politik reden.