Gleichspannungsregler

Misstrauen, Misstrauen, Misstrauen.
Unendliches Mistrauen.
Totschlagargument – Misstrauen.
Es kommt mir zu den Ohren raus.
Ich bin nicht sauer.
Nein.
Ich explodier gleich.
Meine Zündschnur hat die Länge eines abgebrannten Dochtes.
Denk einfach nach.
Du bist doch sonst nicht auf den Kopf gefallen.
Ich sag sowas selten.
Aber manchmal …
… bist du echt doof.
Wenn ich dich hätte ruinieren wollen,
hätte ich mehr als zig Chancen gehabt.
Ich hab es aber nicht getan.
Jetzt denk nochmal drüber nach.

Das magische Dutzend.
Mehr nicht?

Wir machen das Gleiche, anders aber das Gleiche.
Du hast es zuerst getan, ich bin nur ein Nachahmer.
Ich werd immer in deinem Schatten stehen.
Es werden immer deine Sachen toll sein.

Er ist Veganer.
Ich vergesse gerne den Unterschied zwischen vegan und vegetarisch.
Ich lasse mich aufklären.
Trotz Veganismus ist Omas Gulasch eine Ausnahme.
Das ist für mich kein Veganismus.
Das ist für mich inkonsequent.
Eine Diskussion entsteht.
Entweder man ist etwas oder ist es nicht.
Ich bin weder Vegetarier noch Veganer.
Respektiere es aber bei anderen.
Jeder soll sich so ernähren wie er möchte, ohne Rechtfertigung.
Nach der Diskussion kommt die Einsicht.
Es ist doch kein Veganismus.
Sondern eine größtenteils vegane Ernährung.
Das denke ich auch.

Du hast nicht gelesen.
Dabei war es für dich.

Das Dschungelcamp fängt wieder an.
Wie immer hängt der Playboy mit drin.
Langweilig.
Jedes Jahr das Gleiche.
Eine zieht sich immer aus und zeigt Hupen.
Wer sind die eigentlich, die da mitmachen?
Das sollen Promis sein.
Ich hab die Namen nie gehört.
Werden die Nippel eigentlich unkenntlich gemacht wie bei Instagram?

Ich hab jetzt Pieks.
Ohne Termin.
Einfach so.
Allein.
Bei Dunkelheit.
Hab aber immer noch kein Einhorn.
Ich hab nur Zweimops.
7-10 Tage kein Sport.
Was zählt eigentlich alles zu Sport?
Ist das wie mit dem, dass jeder seine eigene Wahrheit hat?
Für jeden ist Sport was anders.
Sollte ich nicht eigentlich schon längst tot sein wegen dem Pieks?
War da nicht mal was?

Der kleine Heinrich hat eine dicke Schwellung.
Affen ertränken Baby.
Sie fällt mir ständig ins Wort.
Dann schweige ich.
Und widme mich meinen Gedanken.

Wahrnehmung

Seit geraumer Zeit beschleicht mich das Gefühl, dass sehr vielen Menschen die Wahrnehmung etwas abhandengekommen ist. Naja, eigentlich ist dieses Gefühl schon sehr lange da. Wenige Menschen schauen einen bewusst an, oder schauen sich mit offenen Augen in der Welt um und nehmen das, was sie sehen auch wirklich wahr und schauen nicht nur hin und sehen es gar nicht. Ich frage mich wann das passiert ist, und wir nur noch auf uns selber achten, meist mit Smartphone den Augen, und selten auf das, was um uns herum geschieht. Es kam nicht von hier auf jetzt, es war ein schleichender Prozess.

Viele Menschen sind so mit sich selber beschäftigt oder nehmen andere so wenig wahr, dass sie nicht mal sehen, wenn manche Menschen offensichtlich Hilfe benötigen. Ich habe dies z.B. mehrmals beim Einkaufen beobachtet. Es gibt Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen an einen Rollstuhl gefesselt sind. Für sie ist es logischerweise nicht so einfach an höher gelegene Artikel heranzukommen. Doch helfen tun ihnen die wenigsten, auch wenn sie um Hilfe bitten, wird ihnen nicht immer geholfen, was für mich ein absolutes No-Go ist. Auch wenn jemand z.B. mit Fahrrad stürzt und es offensichtlich ist, dass es demjenigen nicht gut, kostet es nichts einfach mal zu fragen, ob alles gut ist oder ernsthaft etwas passiert ist. Die meisten werden sagen, dass alles halb so schlimm ist. Geht mir auch so. Aber es ist einfach die Tatsache an sich, dass man wahrgenommen wurde und sich sogar nach einem erkundigt wurde. Dies macht das Ganze manchmal nur noch halb so schlimm. Ich selber hatte vor langer Zeit diese Erfahrung gemacht. Mich hat es gefreut, dass sich jemand nach mir erkundigt hatte und sofort zur Hilfe eilte und sogar mit Auto angehalten wurde. Ich war darüber so positiv erstaunt, dass ich meinen Sturz total ausgeblendet habe. Den ganzen restlichen Tag, war neben dem Schmerz das Wissen da, dass es noch hilfsbereite Menschen gibt. Eine schöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Es gibt viele Menschen mit denen man tagtäglich zu tun hat. Ich beobachte gerne Menschen und ich schaue sie auch an, also wirklich anschauen und nicht nur durch sie hindurch schauen oder oberflächlich anschauen. Durch den täglichen Umgang mit ihnen oder durch die persönliche Nähe sehe ich ihnen an wenn etwas nicht in Ordnung ist und wie es ihnen geht. Dieses bewusste Wahrnehmen seines Gegenübers hat auch abegnommen finde ich. Jeder ist so mit sich selber beschäftigt bzw. so in seiner (stressigen) Welt gefangen, da sind andere Menschen egal. Mich interessiert es wie es anderen geht und wenn es ihnen schlecht geht, helfe ich gerne, auch wenn ich ihnen einfach nur zuhöre, wenn sie sich „ausheulen“. Ich mache das gerne. Auch wenn ich weiß, dass die meisten nicht wahrnehmen wie es mir geht und nicht für mich da sind, aber gut, so ist die Welt, so ist das Leben.

Auch die Wahrnehmung der Natur hat abgenommen. Inzwischen wird Vogelgezwitscher als störend empfunden und die lauten Autos, die an einem vorbei donnern nicht … diese Logik verstehe ich nicht. Vogelgezwitscher ist für mich etwas sehr Angenehmes. Vor allem wenn ich ganz früh zur Arbeit fahre und die ersten Vögel anfangen ihre Laute von sich zu geben und die Stadt noch fast schläft. Es ist immer wieder ein schöner Moment dies zu erleben und wahrzunehmen. Oder auch mal die Tiere in der Stadt wahrzunehmen, die immer mehr durch uns Menschen verscheucht und verjagt werden. Zur Erinnerung, die Tiere dringen nicht in unseren Lebensraum ein, sondern wir sind damals in ihren Lebensraum eingedrungen. Ich denke, dass man dies nicht außer Acht lassen sollte. Ich finde es schön einen Fuchs oder einen Hasen zu sehen oder auch einen Igel oder Eichhörnchen und die Vögel und die vielen anderen Tiere. Es ist ein Zeichen, dass es noch welche gibt und sie nicht komplett vertrieben wurden. Ich beobachte die Tiere gerne, wenn ich eines zu Gesicht bekomme, sofort wird abrupt gestoppt und das Tier beobachtet. Es ist ein Moment, wo man die Stadt um sich herum ausblendet und nur das Tier wahrnimmt, und manchmal nimmt einen auch das Tier wahr und es entsteht eine tiefer Blickkontakt, auch wenn es eher einer Schockstarre gleicht, was verständlich ist. Es entgeht einem so verdammt viel, wenn man mit Scheuklappen oder Smartphone vor der Nase durch die Welt läuft, man verpasst so viel, sei es einfach mal einen Moment inne zu halten und ein Tier zu beobachten und sich daran zu erfreuen und dies wert zu schätzen und nicht als selbstverständlich hinnehmen, denn irgendwann haben wir jedes Tier vertrieben oder ausgerottet. Die Natur hat so viel zu bieten, wir müssen nur richtig hinschauen und sie wahr nehmen.

Neulich am Müll

Vor einigen Tagen habe ich Müll runter gebracht. Ist jetzt nichts besonderes und macht jeder, sehe ich auch so. Ich wohne in einer Gegend mit Einwohnern, deren Durchschnittsalter mehr als das Doppelte meines Alters beträgt und ich immer wieder fest stelle wieviel unterschiedliche Pflegedienste es gibt. Ich bin also in einer Ü70-Gegend wohnhaft. Es hat gewisse Vorteile, die älteren Herrschaften sind recht ruhig und nur selten hört man abends ihre Lieblingsschlagersendungen à la Helene Silbereisen oder wie die auch alles heißen. Zum Glück kann ich meinen Fernseher auch lauter machen und muss mir das Gejaule nicht anhören. Es ist aber manchmal auch etwas nervig von so vielen Ü70ern umgeben zu sein. Ich oute mich mal als Vielbesteller bei Amazonien, Buchtelhausen und Co., das Hobby möchte schließlich befriedigt werden und ich sorge regelmäßig dafür, dass was gewünscht auch zeitnah zur Verfügung steht. So bleibt es nicht aus und meine Wohnung macht einem Lagerhaus Konkurrenz und ich könnte meine eigenes kleines Versandunternehmen gründen. Nur was soll ich verschicken? Meine Klecksereien sind nicht mal Ansatzweise so toll wie von meinem Vorbild und meist auch unfertig, teils aus Motivationsmangel, und haben möchte sie eh keiner und meine Fotografien brauchen auch noch Übung und mehr habe ich nicht zu bieten. Also bleibt mir nichts anderes übrig als mich mit meiner kleinen Machete, auch Cuttermesser genannt, durch mein Paket-Disneyschloss zu kämpfen und es in sportliche Einzelteile zu zerlegen, um es dann fachmännisch bzw. fachfrauisch zu entsorgen. Da fällt mir ein, dass ich es auch noch fachdiversisch entsorgen muss, wie konnte ich das nur vergessen. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die ihre Pakete einfach im leeren Rohzustand in die Tonne werfe, sodass diese dann gleich wieder voll ist, komprimiere ich alle Pakete durch Einsatz meiner Machete zum kleinstmöglichen Paket zusammen. Ich denke daran, dass auch noch andere ihren Müll weg bringen wollen. Ich nehme mein kaputtes Disneyschlosspaket aus Pappe und begebe mich durch das nicht wohlriechende Treppenhaus nach unten. Irgendjemand hat Eierkuchen gemacht und über den Hausflur gelüftet und es riecht nach kaltem Fett, da wird mir jetzt schon wieder schlecht wenn ich daran denke. Leider habe ich nicht meine schwere Atemschutzausrüstung dabei, um mich dadurch zu kämpfen. Als ich die Pforte des Hauses duchtrat, nahm ich erstmal einen tiefen Atemzug. Es tat gut, auch wenn es nur Stadtluft war, aber besser als die Abluft im Treppenhaus. Bevor ich den Schauplatz des Geschehens betrat, leerte ich noch schnell den Briefkasten. Ich könnte ihn mit Zetteln wie „Keine Werbung, Wochenblätter, etc.“ zukleistern, es würde immer noch etwas dergleichen im Kasten landen. Warum mach ich auch diese Zettel ran, könnte ja auch gut sein, dass ich mir nicht sicher bin und ich vielleicht doch die Werbung bekommen möchte. Ich ärgerte mich nicht weiter und ging zum Müllplatz. Vom weiten hörte ich schön wie zwei Damen gehobenen Alters eine rege Unterhaltung führten. Ich schloss die Tür zum Müllplatz auf und merkte schon wie ich mit meinen zwei Kompaktpaketen von oben bis unten gemustert wurde. Ich geb zu, ich gehe nicht im Sonntagskleid zum Müll runter, wenn ich vorher auf der Couch einen auf Kartoffel gemacht habe. Nein, es prangerte mein Lieblingseinhorn auf meinem Pullover und ich steh dazu. Ich ging zu meiner mir auserwählten Papiertonne, stellte meine beiden Pakete davor hin und öffnete die Tonnen. Zu meinem Erstaunen war sie leer. Ich hiefte den großen Deckel bis ganz nach hinten und versenkte mit einer Gewissen Genugtuung mein erstes Paket. Im Seitenblick sah ich wie sich die eine ältere Dame in meine Richtung bewegte. Ich schaute sie an und sah ihren herablassenden belehrenden Blick. Wenn ich sowas immer schon sehe, ist meine Grundstimmung schon mal etwas ins Negative gerutscht. Unfreundlich blaffte sie mir entgegen, dass ich die Pakete auch auseinander falten kann, damit mehr Papiermüll in die Tonne passt. Ich begegnete ihr mit einem freundlichen Hallo und bat sie bitte den Mindestabstand einzuhalten und sich bitte aus meinen Müllangelegenheiten rauszuhalten, ich mische mich ja auch nicht in ihrem Müll ein. Damit hatte sie anscheinend nicht gerehnet. Ich hatte mit meiner Reaktion auch nicht gerechnet, denn innerlich bin ich explodiert, was geht der Schnepfe meinen Müll an. Soll sie sich um was anderes kümmern und mich einfach in Frieden lassen, so wie ich sie auch in Frieden lasse. Sie schritt von dannen zur ihrer Tratschkumpanin und regte sich lauthals darüber auf, dass die jungen Menschen so respektlos und unfreundlich sind. Ich dachte ich höre nicht richtig und mein Schwein bohnert mal wieder mit einer außergewöhnlichen Kür über das Parkett. Das kann nicht wahr sein. Ich begegne jeden Menschen mit Respekt, egal welchen Alters, Herkunft oder was auch immer. Ich schmetterte mein zweites Paket in die Tonne und wollte mich auf den Heimweg machen und die beiden Damen ignorieren. Doch das klappte nicht. Die andere Dame fragte mich unfreundlich, warum ich meine Pakete nicht zerkleinere und warum ich um Abstand bitte. Ähm ja … Corona ist anscheinend grad nicht. Mir reichte es, eigentlich wollte ich nichts sagen, aber ich hab es satt. Ich hab es satt, ständig werden alle jungen Menschen von älteren Menschen über eine Kamm geschert und als respektlos bezeichnet. Das stimmt überhaupt nicht, sie sollten selber mal mehr Respekt zeigen. Ich weiß es gibt genug jüngere Menschen, die ältere Menschen respektlos behandeln, aber nicht alle, also macht mal einen Punkt! Von mir verlangen sie, dass ich sie respektvoll behandle, das möchte ich dann aber auch und nicht so doof angemacht werden. Nur weil sie alte Leute sind, heißt das noch lange nicht, dass sie einen herablassend behandeln müssen nur weil sie ein bis zwei Weltkriege mehr erlebt haben als ich. Nein das gibt ihnen nicht das Recht dazu mich so behandeln. Ich erkläre recht unfreundlich und angefressen, dass wir Abstand halten, weil wir grad zufällig Corona haben und damit wir alle – insbesondere sie – nicht abkratzen. Als sie den Mund aufmachen wollten, redete ich geich weiter, sodass sie keine Chance hatten, was zu sagen. Ich fuhr meine kleine Rede fort, dass es sie einen feuchten Scheißdreck angeht wie ich meinen Müll weg schmeiße und ich zu denjenigen gehöre, die ihren Papiermüll so klein wie möglich komprimieren und wenn sie das nicht glauben, können sie gerne in die Tonne klettern und nach schauen und dass sie sich mal überlegen sollten zu jüngeren Menschen mal netter zu sein. Auf die Frage, ob sie das Sprichwort „Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus.“. Eine Antwort habe ich bis jetzt immer noch nicht bekommen, aber es interessiert mich auch nicht. Ich war einfach nur noch mega angefressen. Wieder in den eigenen vier Wände machte ich meinem Ärger ordentlich Luft und schimpfte wie ein Rohrspatz oder wie ein Wellensittich auf einer Überdosis Jod S-11.

Neulich bei der 115 – Wir lieben Fragen

… wie oft ich diesen Satz inzwischen gehört hab … jedes Mal wenn ich ihn höre, bekomme ich Herz oder inzwischen Magen, daran muss ich mich erst gewöhnen. Wäre das ein Trinkspiel und ich müsste jedes Mal einen hinter kippen, wenn ich diesen Satz höre, ich wäre nach kurzer Zeit sturz besoffen und würde jetzt schon jammernd eingerollt in der Ecke liegen. Zu Anfang meines Telefonates hat mir die nette Ansage beim Bürgertelefon gesagt, dass ich auf Platz 114 in der Warteschleife hänge und es ca. 50 min dauern wird. Da kommt Freude auf und innerlich ist die Konfetti-Party im vollen Gange … 50 min … ich möchte nur ein Termin beim Bürgeramt, damit es endlich offiziell ist. Nach 30 min Wartezeit werde ich aus der Warteschleifenschlange geworfen. Äußerst selten schaue ich so verdutzt mein Telefon an. Ich hätte mir diesen Termin sehr gerne online geholt, so ganz in echt in der großen weiten Welt des Internets, aber es ist partout kein Rankommen an einen Termin. Die Termine werden vom Bürgeramt frei geschaltet, wenn das Bürgeramt öffnet. Mein Bürgeramt öffnet um 7 Uhr, seit 6:30 aktualisiere ich alle paar Minuten die Seite, ab 7 Uhr dann alle paar Sekunden, doch nichts passiert, der Tag bleibt weiß und wird nicht blau. Bei blau könnte ich einen Termin buchen. Noch Stunden später ist der Tag immer noch weiß. Irgendwann nachmittags – ich aktualisiere nur noch 4-5 Mal in der Stunde – wird der Tag plötzlich rot, ohne, dass er blau wurde und man die Chance hatte sich einen Termin zu holen … also heißt es warten auf den nächsten Tag.

Nächster Tag, es ist 6:59 Uhr und in einer Minute sollte der nächste Tag frei gegeben werden und blau sein und dann kann ich einen Termin machen. Aus Gründen, die ich nicht weiß, bin ich optimistisch, dass es klappen würde. Wie so oft im Leben werde ich auch hier wieder enttäuscht, um Punkt 7 Uhr war der Tag rot, ohne überhaupt blau sein, und so langsam bin ich rot vor Ärger. Verzweiflung macht sich breit. Ich griff zum Telefon, um da nochmal mein Glück zu versuchen. Das Bürgertelefon „öffnet“ um 7 Uhr, um 7:01 Uhr sagt mir eine Bandansage, dass ich außerhalb der „Öffnungszeiten“ anrufe. Die Bandansage braucht anscheinend morgens auch erstmal einen Kaffee um munter zu werden. Ich lege auf und rufe umgehend nochmal an. Jetzt sind alle Leitungen besetzt und eine weitere Bandansage teilt mir mit, dass im Moment kein Mitarbeiter Zeit für mich hat und ich versuchen soll online einen Termin zu holen. Das steigert die Laune ungemein am frühen Morgen. Alle guten Dinge sind drei. Auch wenn gerade nichts gut ist. Ich rufe nochmal an und bin plötzlich in der Warteschleife. Platz 29 mit angeblich nur 3 min Wartezeit. 6 min später höre ich mir immer noch alle paar Sekunden an „115 – Wir lieben Fragen“. Von Mal zu Mal steigert dieser Satz mein im Normal sehr niedriges Aggressionspotential. Die Bandansage legt mir nahe zu einem anderen Termin anzurufen, um mir unnötige Wartezeit zu ersparen und ich mir lieber online einen Termin holen soll. Am liebsten hätte ich das Band rausgefädelt und Bandsalat draus gemacht. Nach 15 min darf ich mit einem Mitarbeiter sprechen. Ich höre den Engelschor im Himmel vor Schreck aufspringen und der versucht schnell noch eine Hallelujah anzustimmen, ja ich habe auch nicht damit gerechnet, dass ich mit einem Mitarbeiter sprechen kann. Ich versuch innerlich runter zu kommen und nicht allzu angesäuert zu wirken, was mir sichtlich schwer fällt, auch wenn ich weiß, dass der nette Herr wahrscheinlich nichts dafür kann. Ich schildere ihm mein Anliegen und er schaut bei meinem Wunschbürgeramt nach einem Termin. Alles augsgebucht. War ja klar. Er bietet mir Termine in anderen Ämtern an, die für mich aber zu weit weg bzw. zu schlecht erreichbar sind und ich lehne ab. Ich frage ihn, wann die Termine frei gegeben werden. Er meinte, wenn das Bürgeramt öffnet. Ich entgegne ihm gleich, dass das nicht stimmt, 7 Uhr macht es auf und sofort ist kein Termin verfügbar oder es passiert stundenlang nichts. Ich fragte ihn wie man online einen Termin buchen soll, wenn es überhaupt nicht die Möglichkeit gibt. Ich bekam die plumpe Antwort, dass man ganz schnell sein muss. Das ist mir schon klar, komme ja nicht aus Dummsdorf, aber wie soll ich etwas buchen, wenn es nicht mal sie Möglichkeit und Chance gibt zu buchen. Es gab daraug keine Antwort mehr. Recht unfreundlich habe ich ihm Tschüss gesagt und aufgelegt. Ich hätte am liebsten irgendetwas zu Kleinholz gemacht.

Mich regt dieses System einfach nur noch auf. Nix klappt mehr hier und es ärgert mich bis zum Himmel. Doch es wird sich in diesem Saftladen nichts bessern, eher verschlechtern.

Ich möchte uns einfach nur offiziell machen.

 

 

 

Neulich an der Tanke

Vor kurzem bin ich mit meinem Drahtesel und einem kleinen 5-Liter-Kanister zur Tankstelle gefahren, um etwas Benzin für ein Kleingerät zu holen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, habe ich es doch schon öfters gemacht.
Wie immer pflocke ich meinen Drahtesel an, ging zur Zapfsäule, zapfte mir meine 5,00 Liter und dann gings ab zu Kasse.
Aufgrund Corona gleicht der Weg zur Kasse immer noch einem Labyrinth. Geduldig wartete ich am Schlangenende. In der einen Hand den Kanister und in der anderen Hand die Karte zum Bezahlen, ganz Coronakonform kein Bargeld.

Dann war ich endlich dran, doch die Dame ließ mich warten. Wie ich mit bekam, war ihre Chefin gerade da, dementsprechend aufgeregt war sie, aber sie war recht freundlich. Ich sagte ihr meine Zapfsäulennummer und dann begann das kleine Drama… sie sah den Kanister in meiner Hand.

Sie (ganz panisch): „Ist der voll?“

Ich (auf meinen Kanister schauend): „Ja.“

Sie: „Das können Sie doch nicht machen!“

Panisch schaute sie hin und her.

Sie: „Schnell, stellen Sie den Kanister unten hin.“

Ich verstand die ganze Sache nicht… stellte den Kanister dann aber auf den Boden. Gefühlt eine Sekunde später kam die Chefin und verließ die Tankstelle.

Sie: „Puh, da haben Sie ja nochmal Glück gehabt und ich auch.“

Ist ja schön, dass ich Glück gehabt habe, aber ich verstand nur Bahnhof…

Ich: „Warum?“

Sie: „Sie können doch nicht einfach den Kanister mit hier rein nehmen.“

Ich: „Ich kann doch nicht den Kanister draußen stehen lassen, ich bin mit Fahrrad hier. Den Kanister kann jemand klauen, wenn er unbeaufsichtigt draußen steht.“

Sie: „Warum kaufen Sie Benzin wenn Sie mit Fahhrad hier sind?“

Ich: „Es gibt gewisse Kleingeräte, die brauchen Benzin.“ (Es ging sie zwar nichts an, aber gut…)

Sie: „Aber Ihr Fahrrad braucht doch kein Benzin.“

In dem Moment wusste ich nicht was ich sagen sollte, ich meinte mit Kleingerät garantiert nicht meinen Drahtesel und schwieg einfach… der Bezahlvorgang dauerte außergewöhnlich lang, was wohl an ihrer Aufregung lag und daran, dass sie zwei Mal meine Zapfsäulennummer falsch eingegeben hatte… ich sah ihr regelrecht an wie sie grübelte, warum ich Benzin kaufte, wenn ich doch mit Fahrrad hier bin.

Sie: „Und wie verwenden Sie das Benzin an Ihrem Fahrrad?“

Ich (mehr als nur erstaunt): „Wie bitte?“ Ich war mir unsicher, ob ich die Frage richtig verstanden hatte.

Sie (langsam unfreundlicher und sehr ungedudig): „Na wo kippen Sie das Benzin am Fahhrad rein?“

Zum Glück hatten wir zu dem Zeitpunkt den Bezahlvorgang endlich abgeschlossen. Ich hatte auch keine Lust weiter zu diskutieren…das war mir dann iwie zu dumm. Ich wünschte ihr einen schönen Tag, nahm meinen Kanister und setzte mich in Bewegung.

Sie: „Warten Sie!“

Ich wartete und fragte mich was jetzt kommt.

Sie ging schnell zum Fenster und schaute nach, ob ihre Chefin noch zu sehen ist.

Sie: „Ok, sie ist weg denke ich, aber gehen Sie schnell, nicht das Sie gesehen werden.“

Ich sagte nichts mehr und ging wortlos.

Draußen schaute ich mir nochmal all die tausend bunten Aufkleber an und es stand nirgends, dass ich kein Benzin mit rein nehmen darf.

Ich wollte einfach nur schnell Benzin holen, mehr nicht…

Verständnis

Ich soll überall Verständnis haben. Verständnis hier und Verständnis da und Verständnis für die Vergangenheit und für die Zukunft. Sonst noch jemand ohne Verständnis-Fahrschein? Und wer hat eigentlich mal für mich Verständnis? Vor allem in meiner jetzigen Situation? Manchmal habe ich einfach keine Lust mehr Verständnis zu zeigen, irgendwann ist auch bei mir Schluss.

Seit über den zehn Jahre verkaufe ich privat alles was mir in die Finger kommt, wenn es keiner mehr in der Familie haben möchte und ich es damit vor der Mülltonne retten kann und jemand anderes sich darüber freuen kann. Also wird alles verkauft, was auch nur Ansatzweise für verkaufswürdig gehalten wird, auch wenn es teils Jahre zum Verkauf steht, irgendwann findet sich jemand und ich habe in der Hinsicht Gelduld, sehr viel Geduld. Ich schmeiße ungerne Sachen weg. Letztens beim Schrank ausmisten hatte ich wieder so einiges zum Verkaufen gefunden. Also schnell Bilder gemacht, ein bisschen was geschrieben dazu und schon standen die Sachen in der Bucht und in der kleinen Bucht online. Anders als erwartet, ploppten gleich etliche Nachrichten auf und es wurde ein Kaufinteresse nach dem anderen bekundet. Ich mag ja Käufer, die gleich mehrere Sachen kaufen, aber wer mag das nicht. Eine Klein-Buchtlerin bekundet an mehreren Anzeigen ein Interesse, es war an einem Freitagabend. Meist gebe ich bei Mehrfachkäufen einen kleinen Rabatt. Ich schicke ihr den Gesamtpreis und frage, ob die Sachen verschickt werden sollen. Es kommt erstmal keine Antwort, aber das kenne ich und stört mich nicht mehr. Am Sonntagmittag kommt dann doch eine Antwort in mein Postfach geflattert, man wolle es abholen. Ich bin eigentlich gegen Abholung, weil die Buchtler dann meist doch nicht kommen. Ich schlage gleich den Montag mit Uhrzeit vor, passt auch bei ihr sofort die Uhrzeit. Dann war es Montag und schon eine halbe Stunde nach der vereinbarten Zeit … das kommt mir doch bekannt vor. Es ploppt die Nachricht auf, man schaffe es nicht und bittet um Verständnis. Beim ersten Mal habe ich meist Verständnis, kann doch immer was dazwischen kommen. Ich schlage Dienstag die gleiche Zeit vor, diesmal, so wurde mir versichert, wird es klappen. Es war Dienstag und die gleiche Uhrzeit und meine Türklingel bimmelte nicht, aber inzwischen habe ich auch nichts anderes erwartet. Es kam auch keine Nachricht. Die kam erst am nächsten Morgen, man war noch in einem anderen Bezirk und hätte es nicht pünktlich geschafft und man bittet um Verständnis. So langsam ist meine Verständnis aufgebraucht, ich hab meine Zeit nicht im Lotto gewonnen, entwender man möchte kaufen oder einfach nein sagen, das gehört dazu. Ich antworte ihr, dass ich es ihr gerne zuschicke, da ich keine Lust mehr habe ständig versetzt zu werden und mit meiner Zeit was Besseres anfangen kann. Sofort kommt ein Antwort mit etlichen Entschuldigungen und wieder bittet man mich um Verständnis … ich komme mir vor wie bei der S-Bahn. Ich bekomme einen neuen Abholtermin vorgeschlagen, Freitag irgendwann nach dem Frühstück … tja blöd gelaufen, da bin ich arbeiten, und ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit habe zur Arbeit zu gehen. Ich lehne den Termin ab. Es kam keine Antwort. Dann war es Freitag und ich bekam die Nachricht, dass man gleich da sei … meine Augen wurden größer … ich scrollte im Chat nach oben und sah zum Glück die Nachricht, dass ich den Termin abgesagt hatte. Ich antworte ihr, dass ich nicht da sei. Die Antwort kam unverzüglich mit der Frage, ob ich meine Arbeit nicht unterbrechen könne und schnell nach Hause fahren kann und ihr die Sachen geben könnte, man bittet um Verständnis, weil keine Zeit da ist. Ja ich hab auch keinen Zeitscheißenden Esel, der mir gemütlich hinterher trottet und mir regelmäßig mal ein klein bisschen Zeit auskackt. Nein der hat sich wie Apollo 13 auf die Bahngleise gestellt als der Zug kam. Tja dumm gelaufen, keine Zeit da. Warum auch immer war ich erstaunlich ruhig und es glitt immer noch alles an mir wie an einer Teflonpfanne ab. Sonst hätte ich nicht mehr drauf geantwortet, aber ich tat es dann doch, warum auch immer. Ich schrieb, dass ich es versende und es nicht mit abgeholt werden kann. Zu meinem Erstaunen war man einverstanden … wir tauschten die relevanten Daten aus, nach zwei Tagen war das Geld immer noch nicht eingangen, ich hakte nach. Man wolle es doch abholen und bittet um Verständnis, weil die Päckchenpreise so teuer sind … ich mach die nicht. Ich antwortete einfach nur „Nein“ und stellte alle reservierten Anzeigen wieder zum Verkauf. Jetzt war das Fass voll und ich hatte keinen Bock mehr auf die ganze Nummer und iwelches Scheiß-Verständnis. Tage später kam eine Nachricht (inzwischen 1,5 Wochen nach der ersten Anfrage), dass man gesehen hat, dass ich die Anzeigen wieder online gestellt habe, obwohl von ihr doch ein Kaufinteresse besteht. Ich antwortete einfach nur, dass das Pech für sie ist, aber ich mich nicht zum Narren halten lasse. Eine Sekunde später war der Chat von mir gelöscht. Vorgestern kam wieder eine Nachricht, sie hat Ausdauer … die Zeit, die zum Schreiben braucht, hätte sie nutzen können um das Geld zu überweisen oder ihren Allerwertesten zum vereinbarten Zeitpunkt hätte herschwingen können. Diesmal kam, dass man um Verstöndnis bittet, dass die weibliche Erzeugereinheit ihrerseits plötzlich ins Krankenhaus musste und man sich jetzt um die Tasche und vor allem um die Katze kümmern muss. Bei solchen Aussagen bin ich immer skeptisch … vertraue ich einer mir fremden Person solchen Informationen an? Ich würde es nicht tun. Es ist eine 50:50-Chance, dass diese Aussagen der Wahrheit entspricht, wenn dem so sein sollte, dann gute Besserung und Genesung, aber der Zug für die Anzeigen ist trotzdem abgefahren und mein Verständnis tummelt sich grad im negativen Bereich herum. Es ist alle, ich hatte kein Bock mehr und löschte einfach den Chat. Für mich ist die Sache erledigt. Ich hatte genug Verständnis und Zeit geopfert.

Cewe – Update

Wenn ich in meinem Kleinbild-Munitionslager schaue, fallen mir immer wieder meine Farbfilme ins Auge. Als ich mit der Analogfotografie angefangen hatte, war mein erster Film ein SW-Film, dann war erstmal Pause bei mir, es war eine lange Pause, das warum sei mal dahingestellt. Um wieder in das Knipsen rein zu kommen, nahm ich einige Farbfilme, um zu üben. Ich wollte nicht gleich meine SW-Filme verballern, sondern erstmal schauen, ob es noch was für mich ist und ich es noch irgendwie kann. Eigentlich mag ich die analoge Fotografie nur in schwarz-weiß, doch sind etliche Farbfilme in meinem Besitz und dank des lieben Lichtbildprophet haben sich die Farbfilme vor eingier Zeit bestimmt vervierfacht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Denn dank meiner Lomi macht mir das Knipsen in Farbe wieder Spaß. Mit den anderen Kameras ist es mir zu langweilig, es kann schon etwas verspieltes, rotziges und unscharfes sein. Da ist die Lomi einfach perfekt.

Doch was tun wenn der Farbfilm durchgeknipst ist? Früher habe ich die Fime zu dm gebracht und habe gleich Abzüge machen lassen. Da dies immer geklappt hatte, hatte ich auch diesmal meinen Film bei dm abgegeben und somit in die vertrauensvollen Hände von Cewe gegeben. Nach gut zwei Wochen schaue ich bei dm vorbei. Voller Erwartung durchwühle ich das Fach und finde meinen Film. Fast hektisch vor Aufregung öffne ich die Packung, um zu schauen wie mein erster Farbfilm mit der Lomi geworden ist. Ich blättere schnell durch und es macht sich eine Mischung aus Verwirrung und Enttäuschung breit … irgendwas ist schief gelaufen, aber gewaltig schief gelaufen. Ich tätigte erstmal meinen Einkauf, bis ich mir in einer ruhigen Ecke nochmal die Abzüge anschaute … so langsam dämmerte es mir … ich warf einen Blick und die Negative und dann bestätigte sich mein Verdacht. Der Film wurde in einige Streifen geschnitten. Ist ja auch normal und richtig so, jedoch muss man dabei Aufpassen, dass man die Bilder nicht zerschneidet und genau das ist bei meinem Film passiert, sodass fast alle Bilder nur aus dem Anfang vom einen Bild bzw. aus dem Ende von einem anderen Bild bestehen, denn auch bei der Herstellung der Abzüge hat keiner einen Blick drauf geworfen, dass das auch schief geht, wenn ein Negativstreifen nur mit einem halben Bild anfängt. Ich war enttäuscht und sauer, stinksauer. Wer auch immer bei Cewe sich so liebevoll um meinen Film gekümmert hat: Danke fürs Versaubeuteln. Ich weiß ja nicht wie das abläuft bei Cewe. Aber ich gebe meinen Film extra ab, damit was aus dem Film wird und er professionell bearbeitet und dann hat einer keinen Bock auf seine Arbeit und ich hab Filmsalat. Vielen Dank Cewe für das tolle Benutzererlebnis und es gibt einen klaren Daumen nach unten.

Update – Drei Monate später

Geprägt vom letzten Filmsalat, war ich mir unsicher, ob ich wieder einen Farbfilm zu Cewe zum Entwickeln inkl. Abzüge geben soll. Wochen verstrichen bis ich mich entschieden hatte, kein untypisches Verhalten von mir. Mein lieber Lichtbildprophet gab mir den Tip dem Film einen Zettel bei zu legen, dass der Film bitte nicht zerschnitten werden soll. Gesagt getan. Voller Entschlossenheit und Optimismus gab ich meine beiden Filme in die Hände von Cewe. Diesmal aus logistischen Gründen aber über einen anderen Groß-Discounter. Nach ca. zwei Wochen kam ich wieder. Also ich meine Papiertasche mit meinem Namen fand, schlug mein Herz schneller und ich fragte mich, was sie diesmal falsch gemacht hatten. Ich wunderte mich, dass die Papiertasche so dich war. Als ich ein Blick hineinwarf, sah ich den Grund. Der Film wurde – wie drum gebeten – nicht zerschnitten und als ein langer Streifen gelassen und zum Schutz hat der Film eine kleine Papprolle bekommen, damit er nicht knickt. Ich war so glücklich in dem Moment, dass Cewe doch noch Mitarbeiter haben, die lesen können und das Gelesene auch umsetzen können.

Update – Vor wenigen Wochen

Da nun alles klappte mit der Filmentwicklung fütterte ich meine Lomi mit einem Farbfilm und wir gingen auf die Pirsch und es gab schnell neue Filme, die entwickelt werden wollten. Wieder mit einem Zettelchen am Film, dass man ihn bitte nicht schneiden möge, gab ich meine Filme ab. Ich war sehr optimistisch und glaubte natürlich daran, dass der CEWE-Mitarbeiter mit dem bisschen Herz am Werk war, wie beim letzten Mal. Warum auch immer glaube ich bis zum Ende an das Gute in allem. So auch dieses Mal … und wie so oft, wurde ich enttäuscht. Cewe hat mal wieder so ein Bockmist gemacht, das ist einfach unglaublich wie man so mit einem Film umgehen kann und das an einen Kunden heraus gegeben wird. Die sollten sich was schämen. Die Negative wurden trotz Zettel gnadenlos zerschnitten. Von jedem Bild sollte es eigentlich einen Abzug geben, bei einem Film wurde ein ganzer Streifen vergessen, wie das passieren kann, ist mir ein Rätsel. Ich war total enttäuscht und die ersten Zweifel an der analogen Farbfotografie wurden stärker. Ich klagte mein Leid natürlich meinem lieben Lichtbildprophet und er riet mir, die Farbfotografie aufzugeben. Zuerst war ich entsetzt … es war gutes Übungsmaterial für mich und ich brauche die Übung, ich möchte noch so viel lernen. Während sich ein Anflug von Trauer in mir breit machte, sagte mir mein Gefühl, dass es richtig wäre die Farbfotografie aufzugeben, denn wie sieht meine Zukunft in der Richtung aus … ich würde jedes Mal hoffen und bangen, dass es Cewe dieses Mal richtig macht und sie würden mich immer wieder enttäuschen und ich würde jedes Mal schimpfen wie ein Rohrspatz. Da stellt sich mir die Frage „Muss das wirklich sein?“. Ich denke nein. Also stand der Entschluss fest. Die Farbfilme und Cewe konnten mich mal kreuzweise den Buckel runter rodeln. Ich knipse jetzt nur noch schwarz-weiß und behalte meine Nerven und hebe mir das Aufregen und das Meckern für wirklich wichtigere Dinge auf.

… gemeinsam wirds einfach …

… sagt jedenfalls meine Bank, naja eher meine indirekte Bank. Und sagen ist auch übertrieben, die Worte kamen per Mail, ob ich nun wollte oder nicht. Vier Bilder, vier Frauen, vier Aussagen, mehr beinhaltete die Mail nicht. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich jemals zugestimmt habe, dass man mich regelmäßig mit Werbung zuschüttet. Mal abgesehen davon, glaube ich nicht, dass meine Bank weiß, was ich möchte. Vielleicht möchte ich es nicht einfach haben, sondern brauche es schwer und vielleicht möchte ich auch lieber alleine agieren? Ob die Bank daran auch mal gedacht hat?

Nur vier Schritte zur Finanzfüchsin!

Ich möchte kein Fuchs oder Füchsin sein, das passt einfach nicht zu mir, ich sehe mich eher als flauschige Hummel oder plüschiges Einhorn. Ich muss auch nicht fuchsig sein, um mit meinen Finanen klar zu kommen, das habe ich seit etlichen Jahren bestens im Griff.

Geld anlegen? Easy. Echt!

Der Brüller des Jahres … Geld anlegen, das ich nicht lache, bei den niedrigen Zinsen ist das echt ein Witz. Im Moment bekomme ich auf mein Tagesgeldkonto sagenhafte 0,00 %. Ich bin total stolz, dass mein Erspartes so super verzinst wird und ich warte schon auf den Tag, wo ich das erste Mal Zinsen zahlen muss, weil ich Geld gespart habe.

Gender-Pay-Gap: Muss nicht sein!

Was für ein Wort, da musste ich erstmal ein paar Mal hinschauen bis der Knoten in meinen Augen sich entwirrt hat. Ich weiß, dass sehr viele Frauen hiervon betroffen sind und ich finde es auch in keinster Weise gerechtfertigt, wenn Frauen weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen. Ich habe das Glück nicht davon betroffen zu sein und bin auch dankbar dafür. Und kenne auch in meinem Umfeld niemanden, der davon betroffen ist.

Frauen und Altersvorsorge – so gehts!

Altersvorsorge …ja daran soll man früh denken … wenn ich ans Alter denke, dann schießt mir gleich der Gedanke in den Kopf, ob ich noch eine Rente bekommen werde oder nicht oder wie ich es aushalte so lange in meinem Job zu arbeiten, ohne vor die emotionalen Hunde zu gehen.  Altersvorsorge …viele sagen sich, dass der Partner die Altersvorsorge ist oder auch die Kinder. Aber das ist Ansichtssache. Fürs Alter vorzusorgen ist nicht so einfach, vor allem wenn der Weg bis dahin länger ist als das Alter was man selber hat. Was wird später sein wenn ich alt bin … Ist mein selber angelegtes (Schmerzens-) Geld noch da und wenn ja, was ist es überhaupt noch Wert? Wieviel streicht sich die Versicherung ein, wenn ich eine abschließen würde? Mich beschäftigen eher solche Fragen und nicht ob Altersvorsorge bei Mann oder Frau. Es mag durchaus sein, dass es durch die GenderPayGap eine gewisse Schwierigkeit gibt, das streite ich nicht ab, aber dennoch sehe ich die Altersvorsorge eher neutral. Denn es gibt auch viele Männer, die wenig verdienen und sich eine Altersvorsorge nicht leisten können.

So ganz weiß ich nicht, was mir die Bank sagen wollte. Da mich alle vier Themen nicht wirklich ansprechen. Für mich ist diese Mail vollkommen am Ziel, was auch immer dieses war, vorbei geschossen. Achja … und aus fotografischer Sicht hätten die Bilder auch besser sein können … viel zu grelle Farben und viel zu scharf und zu breite Grinsebacken.

Neulich bei der Post – Update II

Nach dem tollen Erfolg vom Vortag war ich bockig und hatte schon keine Lust mehr zur Post zu fahren und ich brannte darauf auf einer neuen Engelchen-Schatz-Honig-Kusslippen-Schleimspur auszurutschen. Bekomme ich dann eigentlich Schmerzensgeld, wenn ich ausrutsche und mir übelst doll weh tue?

Nachdem ich eine Weile anstehen musste, war es soweit, dass ich der netten Dame –  natürlich die Gleiche wie beim letzten Postbesuch, wie sollte es auch anders sein – meinen Ausweis und einen Zettel mit einigen Angaben zu meinem Paket hinlegte und mein Anliegen schilderte. Sie schaute mich an, schaute den Zettel an und ging ohne ein Wort … das nenne ich Kommunikation. Ich wartete und wartete und dann kam sie zurück … mit meinem Paket. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Wir erledigten den restlichen Unterschriftskram und ich konnte mein Paket endlich in empfang nehmen.

Ich hatte mich innerlich schon auf eine Diskussion eingestellt und war schon mit einem gewissen Druck im Kessel rein marschiert und dachte ich werde ihn los … nichts da. Den Druck konnte ich in wohl portionierten Schüben bei einem gemütlichen Spaziergang mit meinem Drahtesel bei allerschönstem Wetter abbauen und kam tiefenentspannt am Wohnort an. Das Tiefenentspanntsein hörte aber auf, als ich das Monsterpaket drei Etagen nach oben tragen durfte. So eine Einhornleinwand ist halt nicht sehr klein und es wäre besser gewesen, es hätte vor dem Versand nicht noch eine Extraportion Kekse bekommen. Auf der anderen Seite … bei der unbekannten langen Reise würde ich auch nochmal ne Extraportion Kekse einlochen.

Schon als ich das Paket bei der Post das erste mal sah, war mir klar, dass das nicht mal Ansatzweise in eine Packstation rein passt. Wenn man in einem kreativen Shop kauft, muss man auch damit rechnen, dass das Paket kreativ gepackt wird und nicht mit Hirn und Verstand und kleinstmöglich und kompakt. Nach dem ersten Schnitt in die Pakethülle kam mir das Füllmaterial regelrecht entgegengeschossen. Es erinnerte mich an den Clown in der Kiste, der einen so blöd anspringt, wenn man sie öffnet und hofft, dass man sich erschreckt und sich vor Freude in die Hosen macht. Insgesamt waren im Paket zwei Drittel nur Verpackungsfüllmaterial. Man hätte dieses Paket so kompakt verpacken können, aber gut … so musste ich gleich nochmal zur Papiertonne gehen.

Die Odyssee hat ein Ende, mein Paket ist endlich da und ich kann meine Einhornleinwand beklecksen wie ich möchte und konnte noch einem mir sehr wichtigen und sehr lieben Menschen eine kleine Freude bereiten.

 

Neulich bei der Post – Update I

Nachdem ich neulich bei der Post den totalen Erfolg hatte und die Paketabholung alles andere als zufriedenstellend war, schrieb ich gleich DHL und dem Versender meiner Einhornleinwand, vielleicht kann dieser ja was machen. Zu meinem Erstaunen antworteten beide am kommenden Tag. Beide teilten mir, ich solle nach 1-2 Tagen nochmal zur Post gehen und nochmals nachfragen, ob mein Paket nun da sei.

Ab und zu, aber eigentlich nur selten, kann ich auch mal nett. Ich gab der Post sogar drei Tage Zeit. Am dritten Tag wollte ich mal wieder nachfragen, wo mein Paket denn nun sei. Im Laufe des Tages sah ich in meiner App, dass mein Paket bereits zugestellt worden sei. Bauklötzerstaunen wie ein Einhorn ins Regebogenwerk. Wer zur Hölle hat meine Einhornleinwand ohne mein Wissen und vor allem ohne meinen Ausweis abgeholt? Zu einem Zeitpunkt, wo ich am anderen Ende der Stadt war? Wenn derjenige mir meine Einhornleinwand versaubeltet, der bekommt keine Kekse mehr und dem zieh ich sein plüschiges Fell übers Horn.

Ich atmete tief durch und fuhr geschmeidig nach Feierabend zur Post. Aus der Ferne sah ich, dass es heute mal keine lange Schlange gab, sah aber auch, dass die Schotten zu waren bei der Post. Ich war jetzt schon mega angestrullt. Ich fuhr hin und las mir den Zettel durch. Aus Personalgründen schließt die Post heute schon um 16:30 … ich war 16:55 da. Ich muss auch arbeiten gehen und so eine Einhornleinwand muss auch bezahlt werden.

Ich ging nach nebenan zum Kiosk. Ich wurde freudestrahlend mit meinem Namen und mein Schatz angesprochen. Moment mal Freundchen, es dürfen mich nur zwei Personen mein Schatz nennen und du bist keiner davon und wirst es auch nie werden, egal wieviel Honig du mir um meine Kusslippen schmierst. Interessant auch, dass er sich meinen Namen vom letzten Mal gemerkt hat. Er sagte mir gleich „Mein Engelchen, ich habe leider kein Paket für dich.“. Dieser Satz, er kam mir bekannt vor. Ich grübelte und dann viel es mir ein, die Modelmutti mit ihren Spargelitoküken, nur dass die immer kein Bild bekommen haben. Ist ja auch klar, ein Paket könnten die niemals tragen, ohne sich gleich zusammen zu brechen. Habe ich das auch mal wieder mit meinem Gedächtnis geklärt und außerdem bin ich kein Engelchen mehr, den Status habe ich leider vor einiger Zeit verspielt. Nach minutenlanger Bauchpinselei habe ich es endlich geschafft mich der ganzen Schätzchen-Engelchen-Sache zu entziehen. Was bleibt ist mein verschwundenes Paket. Einziger Trost, aber auch nicht wirklich, ist, dass es sehr vielen heute so ging und der Einhornentführer wohl mehrere Pakete angenommen hat. Schäm dich.