Von damals bis heute

Wenn ich an uns denke, da fällt mir so verdammt vieles ein … seien es stundenlange tiefgreifende Gespräche über alles Mögliche, sei es über Gott und die Welt bis hin zu ganz tiefen persönlichen Sachen, ich liebe unsere Gespräche bis heute, oder unsere besonderen Begegnungen bzw. Treffen, die in unserer ganzen Chronik doch viel zu wenig waren, aber auch Teil davon sind, wie sich alles entwickelt hat und auch entwickeln musste. 

Wir hatten beruflich miteinander zu tun und lernten uns besser kennen und es entstand ein reger Schreibkontakt. Am Anfang war es nur ein Kontakt, es dauert eine Weile bis wir von einer Freundschaft reden konnten. An unsere Anfänge erinnere ich mich sehr ungerne zurück, es gab viele Höhen und Tiefen, vllt. mehr Tiefen als Höhen. Wir hatten einige Differenzen und es war schon ein ziemliches Auf und Ab, mal war Funkstille, dann war wieder alles in Ordnung und dann hat es wieder geknallt. Ich mochte diese Achterbahnfahrt nicht. Emotional betrachtet habe ich unsere Meinungsverschiedenheiten gehasst. Neutral betrachtet war so eine Meinungsverschiedenheit mal ganz gut, nur war ich damals nicht sehr diskussionsfreudig und habe immer geblockt und war ein Sturkopf, das hat sich inzwischen geändert. Für mich war dieses emotionale Auf und Ab manchmal die Hölle, die Emotionen waren einfach zu stark. Bei jedem kleinsten Problem dachte ich, dass unsere Freundschaft beendet ist, ich hatte immer Angst ihn zu verlieren, er war für mich schon immer jemand ganz Besonderes, was er damals noch nicht verstehen konnte. Ich wusste, dass es sich lohnt diese Freundschaft nicht aufzugeben und darum zu kämpfen. Ihn zu verlieren hätte damals schon eine große Lücke in meinem Herzen hinterlassen, denn er hatte damals schon nach kurzer Zeit einen Platz in meinem Herzen und war mir sehr wichtig. Und irgendwann hatten wir einen für uns beide angenehmen Takt in unserer Freundschaft gefunden.

Wir hatten viele besondere Begegnungen, eine davon war vor knapp fünf Jahren … was hatten uns während seiner Krankheit bzw. Therapie getroffen. Er musste mich fast zwingen dazu. Erst die Worte, dass er nicht weiß, ob wir uns nochmal sehen werden, haben mich wach gerüttelt und mir aber auch eine große Angst eingejagt. Um ganz ehrlich zu sein, ich wusste nicht was mich erwartet. Ich war sehr aufgeregt und mir gingen sämtliche Gedanken durch den Kopf … sieht er anders aus … ist er anders …inwiefern hat es ihn verändert … ist er jetzt anders zu mir … usw. Ich hatte irgendwie auch Angst ihm unter die Augen zu treten, keine Ahnung warum. Als ich damals aus der Bahn ausstieg, war ich glücklich ihn zu sehen und alle Gedanken waren weg und er war wie immer (auch zu mir). Wir gingen etwas spazieren und redeten über normale Alltagssachen und dann als wir auf der Bank saßen, sprudelte es aus ihm heraus. Ich konnte ihm damals nicht sagen, was ich empfunden habe. Ich war auf der einen Seite total traurig und auf der anderen Seite total froh, dass es ihm besser ging und er am Leben war und ich ihn wieder sehen konnte, aber es war immer noch diese Starre da. Ich hätte ihn damals sehr gerne gedrückt, doch diese Starre hat es mir leider verwehrt. Erst im letzten Jahr konnte ich ihm sagen wie ich damals empfand und, dass diese Starre heute immer noch ein bisschen da ist. Ich hatte damals Angst um ihn … Angst einen besonderen Menschen sowie einen besonderen Freund zu verlieren.

Das wichtigste Treffen für mich war am zweiten Tag des letzten Jahres. Meine Vorfreude war groß, hatten wir uns im Jahr davor nur einmal ganz kurz gesehen und da war leider keine Zeit auch nur ein paar Worte in Ruhe zu wechseln. Das erste Treffen im letzten Jahr … ich war am Tag davor sehr aufgeregt, lag doch eine lange Zeit zwischen dem letzten Gesprächsintensiven Treffen und dem bevor stehenden Treffen. Ich fragte mich, ob wir uns genauso gut verstehen wie immer oder ob die zeitliche Distanz und auch so weit auseinander gebracht hatte. Ich hoffte auf Ersteres, rechnete aber mit Letzterem, u.a. damit die Enttäuschung meinerseits nicht so groß ist. Ich war generell erstaunt, dass er nichts dagegen hatte mich zu treffen … in der langen Zeit traten so einige kleine Grummeleien auf und trotz allem wurde ich nie aus seinem Telefonbuch gelöscht, das war immer eine kleine Sorge von mir und ich habe regelmäßig damit gerechnet. Aber es war nie der Fall und jetzt wird er das nicht mehr tun, dafür sind so viele schöne Momente passiert. Er hat mich damals von der Haltestelle abgeholt, und als wir uns entgegen liefen und ich sein Lächeln sah und wusste ich, es ist alles wie immer. Ich hatte mich sehr gefreut ihn wieder zu sehen und hatte auch eine kleine Freudenträne im Auge, vielleicht auch eine mehr. Es war ein wunderbares Treffen und war als wenn wir uns nie voneinander entfernt hätten. Dies war der Beginn von etwas ganz Wundervollem.

Was sich in den folgenden Monaten entwickelte, ist einfach unglaublich, wunderschön und war überhaupt nicht geplant. Die Anzahl der Treffen stieg, die Unterhaltungen wurden tiefgreifender und es war viel einfacher sich zu unterhalten. Früher habe ich andere Meinungen einfach abgeblockt, doch das vorletzte Jahr hat mich verändert, ich stand mitten im Leben und hatte alle rosaroten Brillen abgenommen und wusste wie das Leben funktioniert. Diese Entwicklung tat uns gut, auf vielen Ebenen und es stand bald ein langer Weg vor uns, der bei mir das reinste Gefühlsxhaos auslöste, und ein ständiges Auf und Ab und Hin und Her bis klar war, dass es nun keine Freundschaft mehr ist, sondern Liebe ist und mehr folgte. Doch es war noch nichts Gefestigtes, konnte es auch nicht, waren eine Dinge noch nicht klar und war und ist unsere Situation einfach schwierig. Es war nie ein Abenteuer oder eine Liebelei, dafür haben wir uns viel zu schwer getan. Nein, es war und ist Liebe und ich bin so dankbar, dass nun zu erleben dürfen. Denn du bist ein wunderbarer Mensch, der wie ein Geschenk für mich ist und ohne den ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann. Auch wenn die Situation gerade schwer ist, dieser Schritte musste sein, für uns. Und ich kämpfe für uns. 

Lichtbildprophet, ich liebe Dich und danke dir für alles!

 

 

Fast jeden Tag …

… fast jeden Tag, wenn ich von der Arbeit nach Hause fuhr, sah ich dich, wie du traurig am Fenster des Altenheims sitzt und die Menschen und den Straßenverkehr beobachtest. Auch wenn ich dich nicht kannte, ging es mir nahe und tut es auch immer noch. Anfangs hattest du mich nicht bemerkt, hattest einen leeren Blick gehabt, aber dennoch alles beobachtet. Irgendwann hattest du mitbekommen, dass ich jeden Tag im gleichen Zeitraum bei dir vorbei fuhr. Immer mehr hattest du mich registriert und wahrgenommen, genau wie ich dich. Ab einem gewissen Punkt war ein kleines Lächeln bei dir zu sehen und es freut mich, dass du mein Lächeln erwidert hast. Das Lächeln wurde mehr und irgendwann habe ich dir zugewunken. Deine Antwort – dein Strahlen – trieb mir Tränen in die Augen. Es ist immer wieder schön zu sehen, was kleine Gesten für eine Wirkung haben. Hätte ich es mal eher getan, aber wir mussten uns ja auch erstmal kennen lernen – leider aus der Entfernung. Inzwischen waren wir schon fast eingespielt. Vom Weiten habe ich gesehen, dass du die Straße heruntergeschaut hast, in die Richtung aus der ich komme und ich habe dir schon mal zugewunken, in der Hoffnung, dass du es siehst. Als wir in richtiger Sichtweite waren hast du mir dann meist als erster zugewunken, was mich sehr berührte. Ich bin dann immer so langsam wie möglich gefahren, um dir ganz lange zurück zu winken. Es hat mich sehr traurig gemacht, dass dies meist nur ein Erlebnis von ein oder zwei Minuten war. Für dich wahrscheinlich, dein Tages-Erlebnis. Gerne hätte ich dich mal besucht, aber leider macht Corona einen Strich durch diesen Wunsch. Deine Traurigkeit zu sehen, hat mir eigentlich jedes Mal das Herz gebrochen. Niemand ist gerne alleine. Ich kann es nicht sehen, wenn jemand traurig ist, ich komme damit nicht klar. Auch wenn ich nicht mal deinen Namen kannte, habe ich dir gerne zugelächelt und gewunken, es war das Mindeste was ich tun konnte, um dich aufzumuntern.

Nun habe ich dich seit Wochen nicht gesehen … meine Vermutung ist, dass du von uns gegangen bist. Ich hoffe, dass du nicht leiden musstet, wenn dies der Fall ist. Und wenn nicht, wünsche und hoffe ich, dass du dann auch nicht leiden musst und vielleicht jemand anderen findest, der dir ein Lächeln schenkt.

Mach’s gut liebe alte Dame.

Tropf …

… tropf … tropf … es tropft und tropft … diesmal sind es nicht meine Tränen sondern der Regen draußen. Ich mag es dem Regen zuzuhören, manchmal könnte ich das Stundenlang tun und mit den  Gedanken überall und nirgends sein und aktuell einfach am liebsten ganz weit weg … weg vor meinen Problemen … weg vor einer Entscheidung … weg vor meiner Entscheidung.

Es muss eine Entscheidung her, denn es ist der Worstcase eingetreten. Das Risiko war mir bekannt, dass es passieren kann, doch hatte ich die Hoffnung, dass ich nicht vor eine Entscheidung gestellt werde. Vielleicht hätte ich es wissen müssen, dass es dazu kommen wird. Trotzdem würde ich es wieder machen, nur vielleicht ein bisschen anders.

Ich war noch nie ein Entscheidungsfreudiger Mensch, doch jetzt muss ich (m)eine Entscheidung treffen. Auch wenn beide Seiten wissen sollten, dass ich mich nicht entscheiden kann und es für mich keine richtige Entscheidung mehr geben wird. Denn die richtige Entscheidung wurde außer Kraft gesetzt als die Aussage der Entscheidungstreffung kam. Dennoch muss ich sie treffen und ich möchte sie auch selber treffen, es geht hier um mein Leben, aber auch um euers, das ist mir bewusst und ich weiß, dass ich auch für euch entscheide, was es nicht gerade leichter macht. Aber ich muss auch lernen für mich selber Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen leben zu können. Es ist eine Erfahrung und auch Entscheidung, die einfach sein muss, ich kann nicht immer die Augen verschließen. Auch wenn das Angebot zu verlockend ist, dass die Entscheidung für mich getroffen wird, ist es letzlich nur wieder ein Weglaufen meinseits und ich muss mich dieser Entscheidung stellen, aber ich bin dir für immer dankbar, dass du das gemacht hättest, aber ich kann das nicht, ich muss sie fällen und ich möchte natürlich auch nicht, dass du einfach weg bist.

Es ist die schwerste Entscheidung meines Lebens, die mein Leben auch verändern wird, egal wie ich mich entscheiden werde. Alles kämpfen für eine Nicht-Entscheidung hat nichts gebracht … es hat das Ganze eher noch schlimmer gemacht und in viel größere Trümmerteile gelegt als vorerst gedacht.

Mal ist das Gefühl der Entscheidung da und ich denke, dass so sein wird, da kommen in nächsten Moment Zweifel und Tränen und die Entscheidung wird nochmal überdacht. So gehts nun schon ein paar Tage, aber lange mache ich das nicht mehr mit, es zerrt an den Nerven und nicht nur an meinen und der Kopfschmerz braucht auch mal eine Pause. Es wird schmerzhaft, dass weiß ich und es werden Tränen fließen und immer wieder geht mir durch den Kopf … ist es die richtige Entscheidung … und wie sage ich es verständlich, ohne dass ich „einbreche“ und einen Rückzieher vor meiner eigenen Entscheidung mache.

Ich mache keine Liste und werte gegeneinander auf, sowas kann man mit Maschinen machen oder was weiß ich … aber nicht mit Lebewesen. Es ist auch nicht das Rauspicken einer Rosine, denn es sind zwei Rosinen … es ist für mich grad vielmehr ein enormer Erkenntnisgewinn und der ist teilweise doch ernüchternd und teilweise auch das Eingeständnis selber Fehler gemacht zu haben. Wobei ich die Sache an sich nicht als Fehler ansehe und es nicht bereue. Immer wieder ist der Gedanke da, was ich hätte anders machen können, um diesen Trispalt hätte vermeiden zu können. Auch wenn es Verschwendung ist, wandern die Gedanken automatisch wieder dahin.

Es ist vielleicht auch eher die Angst meine Entscheidung mitzuteilen, weil ich weiß wieviel Schmerz ich damit auf einmal erzeugen kann und ich möchte niemanden weh tun, aber ich werde es leider müssen und das ist mit meine größte Angst. Ich weiß, dass Angst ein sehr schlechter Berater ist. Egal wie ich mich entscheide, beide Seiten würden sagen, dass ich aber gesagt hätte und beide werden mir vorwerfen, dass die Worte nichts Wert sind … für mich sind sie aber etwas Wert und in meinem Trispalt sollte es bekannt sein, dass diese Worte ehrlich gemeint und ich einfach in der beschissenen Zwickmühle sitze. Egal wie ich mich entscheide, eine Seite wird mich aus seinem Leben haben wollen … entweder radikal oder auf Raten und beide werde mich hassen dafür, was ich angerichtet habe.

Ich weiß, dass ich in irgendeiner Form verlieren werde und es sehr schmerzen wird … ich aber mindestens an Erfahrungen und Erkenntnissen gewinnen werde.

Vor einem Jahr

Vor einem Jahr ist etwas geschehen wovon ich niemals gedacht hätte, dass es passieren wird. Doch es ist passiert und ich bereue es in keinsterweise, egal wie die Situation gerade ist, ich bereue es nicht und werde es nicht bereuen, denn was danach passiert ist, ist einfach wunderschön und diese Erfahrung ist unbeschreiblich und es ist meine Erfahrung, dir mir niemand nehmen kann. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich es genauso wieder machen würde … Jein … ich würde es an sich genauso machen, nur würde ich mich der Sache noch mehr hingeben und nicht abblocken. Ich bin sehr dankbar dafür.

Eingeschlafen

Es ist noch nicht lange her, da bist du einfach friedlich eingeschlafen. Bist einfach von uns gegangen ohne ein Wort zu sagen. Ich hatte dich gefunden und noch versucht zu wecken, doch es hatte keinen Zweck mehr, du warst schon Stunden zuvor in deinen letzten Tiefschlaf versunken. Dich dort sitzen zu sehen, ein Bild, was nicht mehr aus meinem Kopf geht, es verfolgt mich und erwischt mich kalt in jeder nur möglichen Situation.

Wir hatten unsere Differenzen, doch ich hatte und habe dich immer lieb gehabt. Und irgendwie weiß ich auch, dass du das auch gemacht hast, egal wie du zu mir warst. Du warst halt so wie du warst. Wir hätten es beide aber ruhig mal aussprechen könen, da nehme ich mich nicht aus. In meiner Kindheit haben wir jeden Mist gemacht, jeder Spaß war unser, das war einfach klasse. Auf dich konnte ich mich verlassen. Nur der Alkohol, den hättest du dir sparen können. Aber du hattest mir nie etwas angetan und ich hatte auch nie Angst deswegen, denn es war für mich damals Normalität, ich kannte es nicht anders.

Kurz vor deinem Tiefschlaf haben wir uns das letzten Mal gesehen. Wir beide hätten netter zueinander sein können. Nun bereue ich es, dass ich es nicht war. Denn nun sind wir auseinander gegangen und waren nicht gut aufeinander zu sprechen, das macht mich wahnsinnig traurig. Aber noch viel trauriger macht es mich, dass du einfach nicht mehr da bist … auch so plötzlich … einfach weg. Ich kann es eigentlich noch gar nicht glauben.

Für dich ist es teils eine Erlösung. Du musstest nicht leiden, nicht ins Heim oder ins Krankenhaus, wo wir dich nicht hätten besuchen können. Ich weiß deine letzten Lebensjahre waren nicht die besten … du warst alleine und unglücklich. Deinem größten Problem, deiner Fast-Blindheit, konntest du trotzen und hast dich nicht unter kriegen lassen, ich habe dich immer bewundert, egal wie oft die Küche wie ein Schlachtfeld aussah. Doch trotzdem hättest du dir noch Zeit lassen können.

Manchmal mache ich mir Vorwürfe, dass ich nicht genug für dich da war oder mich zu wenig um dich gekümmert habe und vieles mehr. Ich werde das Gefühl nicht los dich im Stich gelassen zu haben und nur an mich gedacht zu haben. Auch wenn ich weiß, dass es nicht so ist, bleibt das Gefühl trotzdem da. Verzeih mir bitte.

Gestern dachte ich, dass ich deinen Tod bis jetzt gut verarbeitet habe … doch es war ein Irrtum, es fühlt sich immer noch so an, wie an dem Tag, wo du gegangen bist. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen bis dieses Gefühl sich ändert, denke ich.

Lebe wohl und ruhe in Frieden und grüß und drück deine Frau lieb von mir.

Ein Neuanfang

Vor einem Jahr habe ich meinen alten Blog ins Leben gerufen. In diesem ersten Jahr ist sehr viel passiert. Es sind Sachen passiert, die für mich unvorstellbar waren und ich nie für möglich gehalten hätte und ich bin unendlich dankbar dafür. Zu Beginn des letzten Jahres war ich viel von Zweifeln durchsät und geprägt. Doch das letzte Jahr hat mir in vielerlei Hinsicht gezeigt, dass diese Zweifel mehr als nur oft unbegründet sind und ich sie über Bord werfen kann. Doch das klingt einfacher als ist es wirklich ist und es war ein langer steiniger Weg mit vielen Rückfällen und Umwegen und überstrapazierter Geduld, nicht nur auf meiner Seite. Doch es hat geklappt und ich kann das Leben mit deutlich weniger Zweifeln viel mehr genießen und vor allem komme ich mit mir selber klar. Ich habe gelernt mich so zu akzeptieren, zu respektieren und zu nehmen wie ich bin, ohne, dass gleich der Gedanke kommt, dass ich ein schlechter Mensch sei und ohne, dass ich mich bei jeglicher Kleinigkeit gleich selbst hasse und zerfleische wo es nur geht. Das ist Vergangenheit. Rückfälle sind nicht ausgeschlossen, das weiß ich, aber sie sind nicht mehr so schlimm wie früher.

Für mich selber habe ich erkannt, dass nicht alles perfekt sein muss. Perfektion ist eine Endstation, denn es gibt keine Möglichkeit der Weiterentwicklung mehr und Weiterentwicklung ist wichtig. Und ich muss nicht alles schon können, bevor ich es überhaupt mache oder auch nur versucht habe. Alles braucht seine Zeit und Geduld. Das ganze Leben ist ein Lernprozess und es ist gut auch mal Fehler zu machen, denn diese Erfahrungen sind wichtig und machen einen auch zu dem was man ist. Apropos machen … manchmal muss man einfach machen, nicht lange nachdenken und letzlich zerdenken oder auch zerreden, das ist der falsche Ansatz, einfach machen und auch nicht sollte, hätte, könnte, würde … nein machen.

Ich habe mich fotografisch und auch kleckserisch gefunden und habe für mich die ersten Steine meines langen Weges gelegt und weiß und in welche Richtung ich vorerst gehen möchte. Doch auch die kann sich zwischendurch wieder ändern und das ist such gut so, denn es muss auch eine Weiterentwicklung geben. Stillstand ist  nicht gut, nicht nur künstlerisch gesehen sondern auch für sich selbst gesehen.

Für mich war es nun an der Zeit einen Neuanfang zu starten und meinen alten Blog hinter mir zu lassen und für mich nochmal richtig mit einem gut gegossenen Fundament zu starten, sowie mit Vertrauen und auch Mut und ohne bzw. mit weniger Zweifeln.