Dunkeln

Es war soweit … ich stand allein in der Dunkelkammer … ohne meinem lieben Lichtbildprophet … diesmal musste ich es alleine schaffen. Klar ist das Dunkelkammern kein Hexenwerk, aber es gibt viele Kleinigkeiten zu beachten und ich kenne bisher nur den einen Standardweg, den ich für mich erstmal entdecken und seine Abzweigungen erkunden muss. Meine Reise hat hier erst begonnen.

Wir standen schon so einige Male zusammen in der Dunkelkammer, übers ganze Jahr und letzte Jahr gesehen, können wir die Male aber bestimmt an zwei Händen abzählen. Die viele Zeit zwischen dem Dunkelkammern war immer zu lang und es war jedes Mal in manchen Punkten ein kleiner Neuanfang, aber zum Glück nie komplett. Und wenn mein lieber Lichtbildprophet mir mit seiner Engelsgeduld immer wieder alles erklärte, blieb von Mal zu Mal immer mehr hängen und ich konnte ihn dann manchmal schon unterbrechen und ihm erzählen was ich mir gemerkt hatte. Hier möchte ich anmerken, dass es unfreundlich ist jemanden zu unterbrechen und man sowas nicht macht und ich versuche das auch so oft wie es geht zu vermeiden, hier wollte jedoch mein Wissen aus mir raus sprudeln und es ging nicht anders. Es ist ein schönes Gefühl immer mehr zu wissen, zumal es sich hier um mehr als nur Überzeugung handelt. Meine Erfahrung in den letzten ein zwei Jahren war immer wieder, dass eine eigene innere Überzeugung braucht, um manche Dinge wirklich mit Herz zu tun und voll dabei zu sein. Ist diese Überzeugung nicht da, ist das Projekt zum Scheitern verurteilt oder wird nur weniger als halbzufrieden erledigt.

Vor nicht allzu langer Zeit standen wir wieder zusammen in der Dunkelkammer. Wir beiden haben uns dem Lith-Prozess verschworen, er ist einfach klasse und sieht toll aus und dann mit überlagerten ORWO-Fotopapier … hach was will Frau mehr. Für mich ist es jedoch manchmal schwierig den richtigen Zeitpunkt zu finden den Abzug aus dem Lith rauszufischen. Ich muss immer auf das Schwarze achten, es muss richtig schwarz sein, nicht nur so halb, denn ich muss bedenken, dass ich nur unter Rotlicht schaue und das Schwarz bei normalen Licht nicht mehr so schwarz ausschaut und ich somit meinem Abzug ruhig ein paar Sekündchen mehr Zeit mit dem Lith geben kann. Diese braucht auch gleichzeitig für die hellen Bereiche, denn diese sind nicht einfach nur hell. Gebe ich dem Abzug auch hier mehr Zeit im Lith sehe ich, dass in den hellen Bereichen noch sehr viel herauszuholen ist  und sehr viele Details zum Vorschein kommen. Dies beides zu erkennen und den für meine Interpretation der Abzüge richtigen Zeitpunkt zu finden, hat dann schon etwas gebraucht, was aber auch an den Zeitabständen lag. Als ich dies aber nun sah, war der Rest in der Dunkelkammer wie ein Selbstläufer. Negativ einlegen, Motiv ausrichten, Papier drunter legen, belichten, dann im Lith planschen, wässern, fixieren und wieder wässern (kleine Zwischenschritte nicht erwähnt). Mein lieber Lichtbildprophet ließ mich an dem Tag alleine schalten und walten und saß gemütlich auf der Couch und es lief, wie der Run meines Fotolebens. Ab dem Tag war klar, ich würde es auch alleine schaffen. Ich war zwar teils anderer Meinung, aber auch wahrscheinlich nur weil ich nicht gerne alleine bin und es zu zweit in der Dunkelkammer schöner ist und man sich austauschen kann und Ideen entwickeln kann.

Da ich nun bewiesen hatte, dass ich auch alleine meine Abzüge machen kann, wollte ich dies natürlich auch in den Tat umsetzen. Am Vortag gab es noch eine Einweisung in den Selbstbaubelichter und der Fixierer wurde etwas aufgefrischt und es wurde eine kleiner Testlauf gemacht. Dann kam der Tag und ich stand alleine da und bereitete alles vor. Negative aussuchen, Papier rausholen, Belichter einschalten Schalen hinstellen und befüllen, dem Lith noch kurz aufpeppen, Maske aufsetzen und dann ging es los. Meine Aufregung war schon vorher groß, aber sie stieg und stieg, auch wenn ich selber wusste, dass es keine Grund dazu gab, wie immer bei mir, es gehört irgendwie zu mir.  Dann lag der erste im Abzug im Lith und das geduldige Warten begann… eine Minute kam mir vor wie ein mehrere Minuten. Trotz verklärter Zeitwahrnehmung ging es relativ schnell. Die Ungeduld ist in dem Moment und man möchte einfach sehen, dass sich etwas tut auf dem Papier … man braucht Geduld und Ruhe, hier liegt ja auch angeblich die Kraft … und irgendwie stimmt das auch.

Die letzten Wochen waren sehr ereignisreich, teils auch bitter und haben mich teils doch sehr mitgenommen. Es kam anders als ich ursprünglich dachte, es war das Risiko was ich einging und welches mir bewusst war, aber es ist auch etwas sehr schönes passiert, das vergesse ich nicht. An innerer Ruhe mangelt es mir grad immens, es ist grad kaum ein runter kommen möglich und sich auf sich selbst besinnen auch nicht, geschweige denn mal eine gewisse Zeit für sich zu sein und zwar alleine, ganz alleine. Da stand ich nun vor meinem Abzug … alleine und bei vollkommener Ruhe … anfangs war es was befremdlich, doch das ging schnell vorbei und ich merkte wie diese alleinige Ruhe mich runter kommen ließ, gefühlt meine Hand von der Starkstromleitung genommen und mich wieder geerdet hat. Es war auch ein erleichterndes Gefühl dabei, dies nun endlich mal wieder zu spüren und zu erleben. Es wäre möglich, dass vielleicht auch eine kleine Träne den Weg nach draußen suchte, doch dann sah ich, dass sich bei meinem Abzug etwas tat.

Die Wartezeit hatte eine Ende und mein Motiv erschien gemächlich auf dem Fotopapier. Ich liebe diesen Moment. Als das Schwarz so langsam anfing schwarz zu werden, nahm ich die Schale etwas mehr zum Rotlicht. Meine Aufregung stieg, jetzt war der Moment, wo ich aufpassen musste, dass das Schwarz auch wirklich schwarz war und in den hellen Bereichen auch etwas zu sehen ist und es insgesamt nicht zu dunkel wird, denn das geht dann meist doch ganz schnell. Ich fischte den Abzug aus dem Lith und hoffte, dass es der richtige Moment war. Schnell in Wasser gelegt und dann ab in den Fixieren, etwas schwenken und warten und dann konnte ich Licht an machen und als ich meinen Abzug so betrachte, kam mir ein Lächeln aufs Gesicht, er war für mich genau richtig abgepasst. Ich freute mich total und auch das Feedback per Messenger von meinem Lichtbildprophet war sehr gut, was mich noch mehr freute. Mein erster alleiniger Abzug konnte sich sehen lassen und ich war stolz wie Bolle auf ihn.

Nach diesem ersten Erfolg flutschte ein Abzug nach dem anderen durch den Lith und sie konnten fast immer mit dem ersten Abzug mithalten. Es erinnerte mich teils an Fließbandarbeit, aber ich war in meinem Element, wie ein Fisch im Wasser oder eine Pummeleinhorn im Keksland. Ich dachte an nichts, nur an meine Abzüge und gefühlt in 10 min waren ca. 2,5 Stunden verflogen. Die Zeit kann irgendwie nicht gleichmäßig laufen, aber ich war sehr zufrieden mit allen Abzügen. Teils hätten sie ein Minimü weniger oder mehr im Lith baden können, aber das sind letztlich nur Kleinigkeiten und grenzen wieder am eigenen Perfektionismus und der ist nur eine Endstation.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal in der Dunkelkammer, auf die Ruhe und das Alleinsein und auf meine Abzüge. Danke mein lieber Lichtbildprophet für die Möglichkeit deine Dunkelkammer zu nutzen.

Alles Liebe an deinem Tag

Der heutige Tag ist ein besonderer Tag, du bist ja schließlich auch ein besonderer Mensch und für mich erst recht.

Der heutige Tag war ursprünglich eine Deadline, meine bzw. unsere Deadline, doch es war vorher schon entschieden, sodass meine Vorfreude auf den heutigen Tag mit jedem Tag stieg und die Vorbereitungen starten konnten. Eigentlich liefen sie schon bevor die Deadline ausgesprochen war, da kann ich einfach nicht anders, denn du bist mir wichtig und egal was passiert wäre, du hättest dein Geschenk bekommen … du kennst mich.

Vor Monaten und auch vor ein paar Wochen war nicht wirklich klar, ob wir uns an deinem Tag sehen werden bzw. deinen Tag zusammen verbringen werden. Der Gedanke war schon teils qualvoll, aber es war immer ein Fünkchen Optimismus da, der immer größer wurde. Du kennst mich gut genug, um zu wissen wie sehr es mir weh getan und ich gelitten hätte, dich nicht an deinem besonderen Tag zu sehen.

Doch die letzten Wochen ist sehr viel passiert. Sie waren eigentlich fast ereignisreicher als das letzte Jahr. Aber so pauschal kann man das auch nicht sagen, es sind jeweils andere Dinge passiert. Egal welchen Zeitraum ich betrachte, es ist einfach unglaublich und unvorstellbar und auch wunderschön und ich bin sehr dankbar für das, was passiert ist und vor allem danke ich dir. Ich danke dir für das, was du alles auf dich genommen hast und dafür, dass du mir doch immer wieder nachgegeben hast und mir immer wieder eine Chance gegeben hast und immer wieder vertrauen in mich hattest. Ich kann dir nicht gut danken. Auch wenn es aktuell teils schwierig ist, ist es doch erleichternd und ich danke dir auch für die Zukunft und für alles was passieren wird, ich freue mich drauf.

Ich freue mich sehr, dass wir deinen besonderen Tag heute zusammen verbringen werden und ich wünsche dir alles alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag mein liebster Lichtbildprophet! Danke, dass es dich gibt und ich liebe dich💚💚💚

042_2021

Rückblick
Nr. 3056
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Danke und Ich liebe dich!

 

Von damals bis heute

Wenn ich an uns denke, da fällt mir so verdammt vieles ein … seien es stundenlange tiefgreifende Gespräche über alles Mögliche, sei es über Gott und die Welt bis hin zu ganz tiefen persönlichen Sachen, ich liebe unsere Gespräche bis heute, oder unsere besonderen Begegnungen bzw. Treffen, die in unserer ganzen Chronik doch viel zu wenig waren, aber auch Teil davon sind, wie sich alles entwickelt hat und auch entwickeln musste. 

Wir hatten beruflich miteinander zu tun und lernten uns besser kennen und es entstand ein reger Schreibkontakt. Am Anfang war es nur ein Kontakt, es dauert eine Weile bis wir von einer Freundschaft reden konnten. An unsere Anfänge erinnere ich mich sehr ungerne zurück, es gab viele Höhen und Tiefen, vllt. mehr Tiefen als Höhen. Wir hatten einige Differenzen und es war schon ein ziemliches Auf und Ab, mal war Funkstille, dann war wieder alles in Ordnung und dann hat es wieder geknallt. Ich mochte diese Achterbahnfahrt nicht. Emotional betrachtet habe ich unsere Meinungsverschiedenheiten gehasst. Neutral betrachtet war so eine Meinungsverschiedenheit mal ganz gut, nur war ich damals nicht sehr diskussionsfreudig und habe immer geblockt und war ein Sturkopf, das hat sich inzwischen geändert. Für mich war dieses emotionale Auf und Ab manchmal die Hölle, die Emotionen waren einfach zu stark. Bei jedem kleinsten Problem dachte ich, dass unsere Freundschaft beendet ist, ich hatte immer Angst ihn zu verlieren, er war für mich schon immer jemand ganz Besonderes, was er damals noch nicht verstehen konnte. Ich wusste, dass es sich lohnt diese Freundschaft nicht aufzugeben und darum zu kämpfen. Ihn zu verlieren hätte damals schon eine große Lücke in meinem Herzen hinterlassen, denn er hatte damals schon nach kurzer Zeit einen Platz in meinem Herzen und war mir sehr wichtig. Und irgendwann hatten wir einen für uns beide angenehmen Takt in unserer Freundschaft gefunden.

Wir hatten viele besondere Begegnungen, eine davon war vor knapp fünf Jahren … was hatten uns während seiner Krankheit bzw. Therapie getroffen. Er musste mich fast zwingen dazu. Erst die Worte, dass er nicht weiß, ob wir uns nochmal sehen werden, haben mich wach gerüttelt und mir aber auch eine große Angst eingejagt. Um ganz ehrlich zu sein, ich wusste nicht was mich erwartet. Ich war sehr aufgeregt und mir gingen sämtliche Gedanken durch den Kopf … sieht er anders aus … ist er anders …inwiefern hat es ihn verändert … ist er jetzt anders zu mir … usw. Ich hatte irgendwie auch Angst ihm unter die Augen zu treten, keine Ahnung warum. Als ich damals aus der Bahn ausstieg, war ich glücklich ihn zu sehen und alle Gedanken waren weg und er war wie immer (auch zu mir). Wir gingen etwas spazieren und redeten über normale Alltagssachen und dann als wir auf der Bank saßen, sprudelte es aus ihm heraus. Ich konnte ihm damals nicht sagen, was ich empfunden habe. Ich war auf der einen Seite total traurig und auf der anderen Seite total froh, dass es ihm besser ging und er am Leben war und ich ihn wieder sehen konnte, aber es war immer noch diese Starre da. Ich hätte ihn damals sehr gerne gedrückt, doch diese Starre hat es mir leider verwehrt. Erst im letzten Jahr konnte ich ihm sagen wie ich damals empfand und, dass diese Starre heute immer noch ein bisschen da ist. Ich hatte damals Angst um ihn … Angst einen besonderen Menschen sowie einen besonderen Freund zu verlieren.

Das wichtigste Treffen für mich war am zweiten Tag des letzten Jahres. Meine Vorfreude war groß, hatten wir uns im Jahr davor nur einmal ganz kurz gesehen und da war leider keine Zeit auch nur ein paar Worte in Ruhe zu wechseln. Das erste Treffen im letzten Jahr … ich war am Tag davor sehr aufgeregt, lag doch eine lange Zeit zwischen dem letzten Gesprächsintensiven Treffen und dem bevor stehenden Treffen. Ich fragte mich, ob wir uns genauso gut verstehen wie immer oder ob die zeitliche Distanz und auch so weit auseinander gebracht hatte. Ich hoffte auf Ersteres, rechnete aber mit Letzterem, u.a. damit die Enttäuschung meinerseits nicht so groß ist. Ich war generell erstaunt, dass er nichts dagegen hatte mich zu treffen … in der langen Zeit traten so einige kleine Grummeleien auf und trotz allem wurde ich nie aus seinem Telefonbuch gelöscht, das war immer eine kleine Sorge von mir und ich habe regelmäßig damit gerechnet. Aber es war nie der Fall und jetzt wird er das nicht mehr tun, dafür sind so viele schöne Momente passiert. Er hat mich damals von der Haltestelle abgeholt, und als wir uns entgegen liefen und ich sein Lächeln sah und wusste ich, es ist alles wie immer. Ich hatte mich sehr gefreut ihn wieder zu sehen und hatte auch eine kleine Freudenträne im Auge, vielleicht auch eine mehr. Es war ein wunderbares Treffen und war als wenn wir uns nie voneinander entfernt hätten. Dies war der Beginn von etwas ganz Wundervollem.

Was sich in den folgenden Monaten entwickelte, ist einfach unglaublich, wunderschön und war überhaupt nicht geplant. Die Anzahl der Treffen stieg, die Unterhaltungen wurden tiefgreifender und es war viel einfacher sich zu unterhalten. Früher habe ich andere Meinungen einfach abgeblockt, doch das vorletzte Jahr hat mich verändert, ich stand mitten im Leben und hatte alle rosaroten Brillen abgenommen und wusste wie das Leben funktioniert. Diese Entwicklung tat uns gut, auf vielen Ebenen und es stand bald ein langer Weg vor uns, der bei mir das reinste Gefühlsxhaos auslöste, und ein ständiges Auf und Ab und Hin und Her bis klar war, dass es nun keine Freundschaft mehr ist, sondern Liebe ist und mehr folgte. Doch es war noch nichts Gefestigtes, konnte es auch nicht, waren eine Dinge noch nicht klar und war und ist unsere Situation einfach schwierig. Es war nie ein Abenteuer oder eine Liebelei, dafür haben wir uns viel zu schwer getan. Nein, es war und ist Liebe und ich bin so dankbar, dass nun zu erleben dürfen. Denn du bist ein wunderbarer Mensch, der wie ein Geschenk für mich ist und ohne den ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann. Auch wenn die Situation gerade schwer ist, dieser Schritte musste sein, für uns. Und ich kämpfe für uns. 

Lichtbildprophet, ich liebe Dich und danke dir für alles!

 

 

Lith-Entwicklung

Ni Bombo fragt mich: „Lith-Entwicklung, was genau ist das, was sind die Besonderheiten und worin liegt der Unterschied zur normalen Entwicklung.“

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll und muss aufpassen, dass dieser Beitrag kein ellenlanger Monolog wird. Lith-Entwicklung, Bildungsbürger reden auch vom Lith-Printing oder Lith-Verfahren, ist ein fotochemisches Entwicklungsverfahren, das ausschließlich auf Hydrochinon basiert. Zur Erklärung: Entwickler bestehen in der Regel aus einer Kombination von zwei oder mehr Entwicklersubstanzen wie eben Hydrochinon, Pyrogallol, Brenzcatechin, Metol, Phenidon usw.. Durch das Kombinieren wird ein Effekt, die Superadditivität ausgenutzt. Vereinfacht ausgedrückt ergänzen sich die Eigenschaften der Entwicklersubstanzen und beschleunigen den Entwicklungsprozess. Es muss ja alles ganz schnell gehen.

Beim Lith-Verfahren muss die Sache Hydrochinon alleine stemmen. Die Besonderheit liegt in der Eigenschaft von Hydrochinon. Durch eine Redoxreaktion entsteht beinahe lawinenartig dichtes metallisches Silber, auch „infektiöse Entwicklung“ genannt. Lith-Prints zeichnen sich durch kräftige Tiefen, teils körnig ausgeprägt aus. Der Lith-Print lässt sich durch drei Parameter steuern: Das Verhältnis Hydrochinon zu Pottasche, Länge der Belichtung und Entwicklerkonzentration der Arbeitslösung. Alle Parameter hängen natürlich unmittelbar zusammen und eine Änderung zieht entsprechende Konsequenzen nach sich. Pauschal lässt sich sagen: Lith-Prints mit hohem Kontrast und wenig Farbigkeit werden „normal“ belichtet und die Arbeitslösung ist höher konzentriert. Für viel Farbigkeit und Details muss die Belichtung um ein paar Lichtwerte verlängert und die Arbeitslösung stärker verdünnt sein.

Nicht alle Fotofilme und Fotopapier eignen sich zum Lith-Printing. Meist enthalten sie entwicklungsfördernde Zugaben, was jedoch zur superadditiven Entwicklung und nicht zur „Infektiöse Entwicklung“ führt. Man kann davon ausgehen, dass 90% und mehr aller aktuellen Fotopapiere nicht für die Lith-Entwicklung geeignet sind. Die wenigen Fotopapier, die lithfähig sind (meist Warmton-Fotopapiere), werben mit der Lithfähigkeit. Es gibt Tricks, auch mit nicht lithfähigen Fotopapieren arbeiten zu können, aber danach hat Ni Bombo nicht gefragt. Ich persönlich entwickle alle überlagerten Fotopapiere (30 und mehr Jahre alt) im Lith-Verfahren.

Lith? Litho, Lithografie – Im weitesten Sinne geht es um den Steindruck. Um Tonwertabstufungen zu erzielen, bedient man sich des Raster. Je dichter das Raster ist, umso mehr geht der Tonwert in Sättigung. Vergrößert sich der Abstand des Rasters, dominiert der Tonwert des bedruckten Materials. Die Lithografie kennt also nur zwei Tonwerte, im Fall eines Schwarzweissdrucks Schwarz für das Raster und Weiß für das Papier. Die Grautöne dazwischen werden allein durch die Dichte des Rasters und dem Betrachtungsabstand zum fertigen Druck bestimmt.

Es war hier und da von Farbigkeit die Rede. Dabei geht es nicht um den Warmton oder so. Vielmehr wird vor allem in den Lichtern und hellen Mitten metallisches Silber in eine Silberverbindung überführt, die zur Farbigkeit des Abzugs führt. Diese Farbigkeit ist von der Emulsion des Fotopapiers abhängig. Ein Lith-Print kann wie jeder andere Abzug auch getont werden, was natürlich die Farbigkeit ändert. Lithen ist nichts für Ungeduldige. Ein Abzug kostet Zeit (gerne 15 bis 30 Minuten) und Geduld, gerade am Anfang. Die Lith-Entwicklung kann durch das Erwärmen der Arbeitslösung (30 … 40 °C) beschleunigt werden. Die Abzüge werden tendenziell härter. Viel wichtiger ist: Währenddessen gut lüften und wegen ausgasendem Formaldehyd eine Atemschutzmaske mit entsprechenden Aktivkohle-Filter tragen.

Vor einem Jahr

Vor einem Jahr ist etwas geschehen wovon ich niemals gedacht hätte, dass es passieren wird. Doch es ist passiert und ich bereue es in keinsterweise, egal wie die Situation gerade ist, ich bereue es nicht und werde es nicht bereuen, denn was danach passiert ist, ist einfach wunderschön und diese Erfahrung ist unbeschreiblich und es ist meine Erfahrung, dir mir niemand nehmen kann. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich es genauso wieder machen würde … Jein … ich würde es an sich genauso machen, nur würde ich mich der Sache noch mehr hingeben und nicht abblocken. Ich bin sehr dankbar dafür.