042_2021

Rückblick
Nr. 3056
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Danke und Ich liebe dich!

 

Von damals bis heute

Wenn ich an uns denke, da fällt mir so verdammt vieles ein … seien es stundenlange tiefgreifende Gespräche über alles Mögliche, sei es über Gott und die Welt bis hin zu ganz tiefen persönlichen Sachen, ich liebe unsere Gespräche bis heute, oder unsere besonderen Begegnungen bzw. Treffen, die in unserer ganzen Chronik doch viel zu wenig waren, aber auch Teil davon sind, wie sich alles entwickelt hat und auch entwickeln musste. 

Wir hatten beruflich miteinander zu tun und lernten uns besser kennen und es entstand ein reger Schreibkontakt. Am Anfang war es nur ein Kontakt, es dauert eine Weile bis wir von einer Freundschaft reden konnten. An unsere Anfänge erinnere ich mich sehr ungerne zurück, es gab viele Höhen und Tiefen, vllt. mehr Tiefen als Höhen. Wir hatten einige Differenzen und es war schon ein ziemliches Auf und Ab, mal war Funkstille, dann war wieder alles in Ordnung und dann hat es wieder geknallt. Ich mochte diese Achterbahnfahrt nicht. Emotional betrachtet habe ich unsere Meinungsverschiedenheiten gehasst. Neutral betrachtet war so eine Meinungsverschiedenheit mal ganz gut, nur war ich damals nicht sehr diskussionsfreudig und habe immer geblockt und war ein Sturkopf, das hat sich inzwischen geändert. Für mich war dieses emotionale Auf und Ab manchmal die Hölle, die Emotionen waren einfach zu stark. Bei jedem kleinsten Problem dachte ich, dass unsere Freundschaft beendet ist, ich hatte immer Angst ihn zu verlieren, er war für mich schon immer jemand ganz Besonderes, was er damals noch nicht verstehen konnte. Ich wusste, dass es sich lohnt diese Freundschaft nicht aufzugeben und darum zu kämpfen. Ihn zu verlieren hätte damals schon eine große Lücke in meinem Herzen hinterlassen, denn er hatte damals schon nach kurzer Zeit einen Platz in meinem Herzen und war mir sehr wichtig. Und irgendwann hatten wir einen für uns beide angenehmen Takt in unserer Freundschaft gefunden.

Wir hatten viele besondere Begegnungen, eine davon war vor knapp fünf Jahren … was hatten uns während seiner Krankheit bzw. Therapie getroffen. Er musste mich fast zwingen dazu. Erst die Worte, dass er nicht weiß, ob wir uns nochmal sehen werden, haben mich wach gerüttelt und mir aber auch eine große Angst eingejagt. Um ganz ehrlich zu sein, ich wusste nicht was mich erwartet. Ich war sehr aufgeregt und mir gingen sämtliche Gedanken durch den Kopf … sieht er anders aus … ist er anders …inwiefern hat es ihn verändert … ist er jetzt anders zu mir … usw. Ich hatte irgendwie auch Angst ihm unter die Augen zu treten, keine Ahnung warum. Als ich damals aus der Bahn ausstieg, war ich glücklich ihn zu sehen und alle Gedanken waren weg und er war wie immer (auch zu mir). Wir gingen etwas spazieren und redeten über normale Alltagssachen und dann als wir auf der Bank saßen, sprudelte es aus ihm heraus. Ich konnte ihm damals nicht sagen, was ich empfunden habe. Ich war auf der einen Seite total traurig und auf der anderen Seite total froh, dass es ihm besser ging und er am Leben war und ich ihn wieder sehen konnte, aber es war immer noch diese Starre da. Ich hätte ihn damals sehr gerne gedrückt, doch diese Starre hat es mir leider verwehrt. Erst im letzten Jahr konnte ich ihm sagen wie ich damals empfand und, dass diese Starre heute immer noch ein bisschen da ist. Ich hatte damals Angst um ihn … Angst einen besonderen Menschen sowie einen besonderen Freund zu verlieren.

Das wichtigste Treffen für mich war am zweiten Tag des letzten Jahres. Meine Vorfreude war groß, hatten wir uns im Jahr davor nur einmal ganz kurz gesehen und da war leider keine Zeit auch nur ein paar Worte in Ruhe zu wechseln. Das erste Treffen im letzten Jahr … ich war am Tag davor sehr aufgeregt, lag doch eine lange Zeit zwischen dem letzten Gesprächsintensiven Treffen und dem bevor stehenden Treffen. Ich fragte mich, ob wir uns genauso gut verstehen wie immer oder ob die zeitliche Distanz und auch so weit auseinander gebracht hatte. Ich hoffte auf Ersteres, rechnete aber mit Letzterem, u.a. damit die Enttäuschung meinerseits nicht so groß ist. Ich war generell erstaunt, dass er nichts dagegen hatte mich zu treffen … in der langen Zeit traten so einige kleine Grummeleien auf und trotz allem wurde ich nie aus seinem Telefonbuch gelöscht, das war immer eine kleine Sorge von mir und ich habe regelmäßig damit gerechnet. Aber es war nie der Fall und jetzt wird er das nicht mehr tun, dafür sind so viele schöne Momente passiert. Er hat mich damals von der Haltestelle abgeholt, und als wir uns entgegen liefen und ich sein Lächeln sah und wusste ich, es ist alles wie immer. Ich hatte mich sehr gefreut ihn wieder zu sehen und hatte auch eine kleine Freudenträne im Auge, vielleicht auch eine mehr. Es war ein wunderbares Treffen und war als wenn wir uns nie voneinander entfernt hätten. Dies war der Beginn von etwas ganz Wundervollem.

Was sich in den folgenden Monaten entwickelte, ist einfach unglaublich, wunderschön und war überhaupt nicht geplant. Die Anzahl der Treffen stieg, die Unterhaltungen wurden tiefgreifender und es war viel einfacher sich zu unterhalten. Früher habe ich andere Meinungen einfach abgeblockt, doch das vorletzte Jahr hat mich verändert, ich stand mitten im Leben und hatte alle rosaroten Brillen abgenommen und wusste wie das Leben funktioniert. Diese Entwicklung tat uns gut, auf vielen Ebenen und es stand bald ein langer Weg vor uns, der bei mir das reinste Gefühlsxhaos auslöste, und ein ständiges Auf und Ab und Hin und Her bis klar war, dass es nun keine Freundschaft mehr ist, sondern Liebe ist und mehr folgte. Doch es war noch nichts Gefestigtes, konnte es auch nicht, waren eine Dinge noch nicht klar und war und ist unsere Situation einfach schwierig. Es war nie ein Abenteuer oder eine Liebelei, dafür haben wir uns viel zu schwer getan. Nein, es war und ist Liebe und ich bin so dankbar, dass nun zu erleben dürfen. Denn du bist ein wunderbarer Mensch, der wie ein Geschenk für mich ist und ohne den ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann. Auch wenn die Situation gerade schwer ist, dieser Schritte musste sein, für uns. Und ich kämpfe für uns. 

Lichtbildprophet, ich liebe Dich und danke dir für alles!

 

 

Lith-Entwicklung

Ni Bombo fragt mich: „Lith-Entwicklung, was genau ist das, was sind die Besonderheiten und worin liegt der Unterschied zur normalen Entwicklung.“

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll und muss aufpassen, dass dieser Beitrag kein ellenlanger Monolog wird. Lith-Entwicklung, Bildungsbürger reden auch vom Lith-Printing oder Lith-Verfahren, ist ein fotochemisches Entwicklungsverfahren, das ausschließlich auf Hydrochinon basiert. Zur Erklärung: Entwickler bestehen in der Regel aus einer Kombination von zwei oder mehr Entwicklersubstanzen wie eben Hydrochinon, Pyrogallol, Brenzcatechin, Metol, Phenidon usw.. Durch das Kombinieren wird ein Effekt, die Superadditivität ausgenutzt. Vereinfacht ausgedrückt ergänzen sich die Eigenschaften der Entwicklersubstanzen und beschleunigen den Entwicklungsprozess. Es muss ja alles ganz schnell gehen.

Beim Lith-Verfahren muss die Sache Hydrochinon alleine stemmen. Die Besonderheit liegt in der Eigenschaft von Hydrochinon. Durch eine Redoxreaktion entsteht beinahe lawinenartig dichtes metallisches Silber, auch „infektiöse Entwicklung“ genannt. Lith-Prints zeichnen sich durch kräftige Tiefen, teils körnig ausgeprägt aus. Der Lith-Print lässt sich durch drei Parameter steuern: Das Verhältnis Hydrochinon zu Pottasche, Länge der Belichtung und Entwicklerkonzentration der Arbeitslösung. Alle Parameter hängen natürlich unmittelbar zusammen und eine Änderung zieht entsprechende Konsequenzen nach sich. Pauschal lässt sich sagen: Lith-Prints mit hohem Kontrast und wenig Farbigkeit werden „normal“ belichtet und die Arbeitslösung ist höher konzentriert. Für viel Farbigkeit und Details muss die Belichtung um ein paar Lichtwerte verlängert und die Arbeitslösung stärker verdünnt sein.

Nicht alle Fotofilme und Fotopapier eignen sich zum Lith-Printing. Meist enthalten sie entwicklungsfördernde Zugaben, was jedoch zur superadditiven Entwicklung und nicht zur „Infektiöse Entwicklung“ führt. Man kann davon ausgehen, dass 90% und mehr aller aktuellen Fotopapiere nicht für die Lith-Entwicklung geeignet sind. Die wenigen Fotopapier, die lithfähig sind (meist Warmton-Fotopapiere), werben mit der Lithfähigkeit. Es gibt Tricks, auch mit nicht lithfähigen Fotopapieren arbeiten zu können, aber danach hat Ni Bombo nicht gefragt. Ich persönlich entwickle alle überlagerten Fotopapiere (30 und mehr Jahre alt) im Lith-Verfahren.

Lith? Litho, Lithografie – Im weitesten Sinne geht es um den Steindruck. Um Tonwertabstufungen zu erzielen, bedient man sich des Raster. Je dichter das Raster ist, umso mehr geht der Tonwert in Sättigung. Vergrößert sich der Abstand des Rasters, dominiert der Tonwert des bedruckten Materials. Die Lithografie kennt also nur zwei Tonwerte, im Fall eines Schwarzweissdrucks Schwarz für das Raster und Weiß für das Papier. Die Grautöne dazwischen werden allein durch die Dichte des Rasters und dem Betrachtungsabstand zum fertigen Druck bestimmt.

Es war hier und da von Farbigkeit die Rede. Dabei geht es nicht um den Warmton oder so. Vielmehr wird vor allem in den Lichtern und hellen Mitten metallisches Silber in eine Silberverbindung überführt, die zur Farbigkeit des Abzugs führt. Diese Farbigkeit ist von der Emulsion des Fotopapiers abhängig. Ein Lith-Print kann wie jeder andere Abzug auch getont werden, was natürlich die Farbigkeit ändert. Lithen ist nichts für Ungeduldige. Ein Abzug kostet Zeit (gerne 15 bis 30 Minuten) und Geduld, gerade am Anfang. Die Lith-Entwicklung kann durch das Erwärmen der Arbeitslösung (30 … 40 °C) beschleunigt werden. Die Abzüge werden tendenziell härter. Viel wichtiger ist: Währenddessen gut lüften und wegen ausgasendem Formaldehyd eine Atemschutzmaske mit entsprechenden Aktivkohle-Filter tragen.

Vor einem Jahr

Vor einem Jahr ist etwas geschehen wovon ich niemals gedacht hätte, dass es passieren wird. Doch es ist passiert und ich bereue es in keinsterweise, egal wie die Situation gerade ist, ich bereue es nicht und werde es nicht bereuen, denn was danach passiert ist, ist einfach wunderschön und diese Erfahrung ist unbeschreiblich und es ist meine Erfahrung, dir mir niemand nehmen kann. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich es genauso wieder machen würde … Jein … ich würde es an sich genauso machen, nur würde ich mich der Sache noch mehr hingeben und nicht abblocken. Ich bin sehr dankbar dafür.